Allergien beim Hund – erkennen, verstehen, behandeln

Allergien scheinen auch bei Hunden immer häufiger vorzukommen. Von einer Allergie spricht man dann, wenn der Organismus des Hundes auf ein Futter oder auch einen Umwelteinfluss unangemessen reagiert und wenn dabei das Immunsystem beteiligt ist.

In diesem Beitrag wollen wir klären, wie man eine Allergie – vor allem auf Futtermittel – erkennen kann, warum Hunde überhaupt eine Allergie bekommen, was Allergene sind und natürlich, was man tun kann.

Wie kann man Allergien erkennen?

Allergische Reaktionen zeigen sich vor allem über die Haut oder den Verdauungstrakt. Symptome von allergischen Reaktionen können sein:

  • Juckreiz
  • Pusteln, Quaddeln, Rötungen
  • Ekzeme
  • Schwellungen
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Erbrechen
  • Schmerzen und/oder Grummeln im Bauch

Vor allem bei Reaktionen auf Futtermittel ist es oft schwierig zu unterscheiden, ob es sich wirklich um eine allergische Reaktion oder um eine einfache Unverträglichkeit handelt. Im Unterschied zu Unverträglichkeiten ist bei echten Allergien immer das Immunsystem beteiligt. Tierärzten zufolge wird der Anteil an Hunden, die tatsächlich an einer echten Allergie leiden, eher überschätzt.

Eine Allergie zu diagnostizieren ist nicht einfach. Als diagnostische Mittel stehen wie für den Menschen Blut- und Hauttests zur Verfügung. Bei einer vermuteten Futtermittelallergie gilt das Ergebnis eines Bluttests jedoch nur dann als 100-prozentig zuverlässig, wenn das Ergebnis auf eine Komponente negativ ist. Die zuverlässigste Testmethode für eine Allergie auf Futtermittel stellt nach wie vor die Ausschlussdiät dar.

Allergien auf Futtermittel und die Rolle der Proteine

Allergien auf Futtermittel werden in den meisten Fällen durch Proteine ausgelöst. Dabei gibt es jedoch kein Futtermittel, das ein besonders hohes Potential hätte, als Allergen zu fungieren. Vielmehr kommt es auf die Häufigkeit an, mit der ein Nahrungsmittel gefüttert wird: Eine Allergie entsteht auf die am häufigsten gefütterten Nahrungsmittel. Die Nahrungsmittel mit dem höchsten Allergiepotential sind laut einer Studie aus dem Jahr 2009 Rindfleisch, gefolgt von Getreide.

Allerdings dürfte sich das mit dem Getreide mittlerweile relativiert haben, da der Verkauf von getreidefreiem Hundefutter boomt. Die Folge könnte sein, dass das Getreide eher nicht mehr zu den relevanten Allergenen zählt. Warum das Märchen vom bösen Getreide nicht stimmt, habe ich HIER schon erläutert.

Was ist ein Allergen?

Ein Allergen ist ein Stoff, der eine allergische Reaktion hervorruft. Das heißt jedoch nicht, dass das Allergen die Ursache für die Allergie ist. Viele Hundehalter denken fälschlicherweise, wenn sie ein Nahrungsmittel mit einem hohen Allergiepotential meiden, würde ihr Hund nicht an einer Allergie erkranken. Das ist ein Irrglaube. Denn das Allergen führt zwar zu einer fälschlicherweise überschießenden Reaktion des Immunsystems, die Ursache liegt aber in einem bereits bestehenden Ungleichgewicht im Organismus.

Kennst Du das „Opferprotein“?

Lange Zeit war es eine gängige Empfehlung des Tierarztes, den Hund im Falle einer Durchfallerkrankung mindestens 1-2 Tage fasten zu lassen. Diese Empfehlung gibt es immer noch. Sie findet in der Praxis jedoch nicht mehr so viel Anwendung, weil viele Hundehalter es nicht übers Herz bringen, ihren Hund hungern zu lassen. Manche Hunde bekommen auch ein Übersäuerungsproblem, wenn sie fasten müssen.

Grundlage der Empfehlung war die Darmschleimhaut. Im Falle einer Durchfallerkrankung kann es sein, dass die Darmschleimhaut, die ansonsten nur kleinste Nährstoffpartikel in den Blutkreislauf gelangen lässt, durchlässig wird. Dadurch kann es passieren, dass auch größere, nicht adäquat aufgeschlossen Proteine in den Blutkreislauf gelangen. Weil sie größer sind, als sie eigentlich sein sollten, werden sie vom Immunsystem als Feind deklariert. Nun kann es passieren, dass das Immunsystem beim nächsten Kontakt mit diesem Protein Alarm schlägt und eine allergische Reaktion entsteht. Grundsätzlich wird daher empfohlen, in diesem Fall eine Proteinquelle zu füttern, auf die man sonst eher nicht zurückgreift. Das wäre dann die Proteinquelle, die man „opfert“.

Was sind die Risikofaktoren für eine Allergie

Allergien auf Futtermittel gehen mit einer durchlässigen Darmschleimhaut einher. Das heißt, die Darmschleimhaut hat sich im Vorfeld durch individuelle Vorgänge im Organismus ungesund entwickelt. Die Gesundheit der Darmschleimhaut ist auch abhängig von einer gesunden Darmflora.

Risikofaktoren für Allergien sind:

  • Häufige Medikamentengaben, vor allem Antibiotika
  • Falsche Ernährung
  • Krankmachende Bakterien, Pilze, Viren etc.
  • Umweltgifte
  • Stress
  • Erkrankungen z. B. von Leber oder Bauchspeicheldrüse
  • Genetische Dispositionen (z. B. bei einigen Terrierrassen, Labradoren, Schäferhunden oder auch Bulldoggen)

Wie füttert man, wenn der Hund eine Allergie gegen Futtermittel entwickelt hat?

Nachdem man mithilfe einer Ausschlussdiät die Futtermittel identifiziert hat, die beim Hund allergische Reaktionen hervorrufen, sollte man diese selbstverständlich meiden. Ernährt man den Hund mit Fertigfutter, kann man auf entsprechende hypoallergene Futtermittel zurückgreifen. Wenn Du die Rationen für Deinen Hund selber zusammenstellst, ist es natürlich noch einfacher, auf Nahrungsmittel zu verzichten, die für Deinen Hund Allergene sind.

Ausserdem ist es natürlich wichtig, darauf zu achten, dass dein Hund alle benötigten Nährstoffe in der richtigen Menge bekommt. Denn – nur wenn der Organismus mit allem versorgt ist, was er benötigt, kann er seinen Aufgaben nachkommen. Bei einer Allergie ist das Immunsystem involviert, wie du schon weißt. Wie du das Immunsystem deines Hundes unterstützen kannst, habe ich in diesem Beitrag erläutert.

Oft vergessen Hundehalter, dass eine Allergie auch Snacks betrifft, die der Hund über den Tag verteilt bekommt. Auch diese sollten keine Proteine enthalten, auf die der Hund allergisch reagieren könnte. Das ist oft gar nicht so einfach umzusetzen. Hilfreich kann es dann sein, auf vegane Snacks zurückzugreifen, die zumindest keinerlei tierische Proteine enthalten.

Was Du sonst noch tun kannst, wenn Dein Hund an Allergien leidet

Natürlich ist es nicht damit getan, die erkannten Allergene zu meiden. Denn – wie Du jetzt weißt – sind die Allergene nicht das eigentlich Problem Deines Hundes. Sein Problem ist ein Darm, der nicht mehr gesund ist. Und da solltest Du natürlich möglichst unterstützend eingreifen. Es gilt vor allem, die Darmflora wieder auf Vordermann zu bringen und auch die Darmschleimhaut zu stärken.

Tipps dazu, was dabei hilfreich sein kann, bekommst Du natürlich von Deinem Tierarzt oder auch Tierheilpraktiker. Sehr sinnvoll ist i. d. R. eine Gabe von Probiotika. Wie man die beim Hund einsetzt, habe ich HIER erläutert.

Du kannst dazu auch den Online-Kurs der Clean Feeding Akademie Die Darmflora- was du darüber wissen solltest buchen. In diesem Kurs erfährst du, wie die Darmflora aufgebaut ist, welche Aufgaben sie hat, bei welchen Erkrankungen die Darmflora involviert sein kann und wie man sie dann am besten unterstützen kann.

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