Den Hund richtig füttern – diese 5 Punkte helfen dir

Den meisten Hundehalter ist es wichtig, dass sie ihren Hund richtig füttern. Ihnen ist bewusst, dass die Ernährung ein wichtiger Aspekt für die Gesunderhaltung ihres Hundes ist. Dabei spielt aber nicht nur eine Rolle, was dein Hund frisst, sondern auch wie und wann. In diesem Beitrag erkläre ich dir, worauf du achten solltest, damit du deinen Hund richtig füttern kannst.

Punkt 1: Womit du deinen Hund richtig füttern kannst

Was im Futternapf deines Hundes landet, ist natürlich ein wichtiger Faktor. Soll es Fertigfutter sein? Kann der Hund auch mit Nassfutter oder Trockenfutter gesund ernährt werden? Welche Komponenten sind die richtigen? Muss der Hund viel Fleisch fressen? Oder kann man ihn auch vegetarisch oder gar vegan ernähren?

Es gibt keine festen Regeln!

Was im Futternapf landet, kannst du durchaus sehr individuell entscheiden. Bei der Frage, womit man den Hund richtig füttern kann, spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, wie z. B.:

  • Was mag dein individueller Hund und was verträgt er gut?
  • Welche Summe kannst du für die Ernährung des Hundes ausgeben?
  • Wie ist dein individueller Lebensstil und -rhythmus und der deines Hundes?
  • Welchen Aufwand kann und möchte man betreiben?
  • Wie ist die individuelle Haltung des Halters z. B. zur Fleischproduktion oder allgemein zur Nutzung von Nahrungsmitteln (soll es Bio sein?)?

Solche Fragen muss man sich stellen, bevor die Entscheidung getroffen wird, was im Napf landen soll. Wer nicht viel Zeit aufwenden möchte für die Fütterung des Hundes, möchte vielleicht gerne Fertigfutter nutzen, stellt sich jedoch möglicherweise die Frage:

Kann man den Hund richtig füttern mit Fertigfutter?

Die Antwort: Ja, das kann man durchaus. Für viele Hundehalter geht das Dilemma jetzt aber so richtig los. Der Markt ist überfüllt mit Angeboten. Die Hersteller überbieten sich mit allen möglichen Versprechungen, weshalb ihr Futter das einzig wahre Hundefutter sein soll. Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Das einzig wahre Fertigfutter gibt es nicht! Auch hier musst du wieder sortieren: Was passt zu deinem Hund? Welche Ansprüche an das Futter hast du? Was kannst du bezahlen und wo bekommst du das Futter?

Muss es immer ein und dieselbe Sorte sein?

Du musst dich übrigens gar nicht für eine einzige Sorte entscheiden. Ja, man kann den Hund auch richtig füttern mit verschiedenen Sorten. Falls du deinen Hund gerne mit Bio-Futter versorgen möchtest, kannst du z. B. über diese Seite verschiedenste Produkte beziehen und kannst eventuell danach auswählen, welches Futter gerade im Angebot ist.

Und anstatt bei jedem Futter akribisch nachzurechnen, ob auch wirklich alle Nährstoffe enthalten sind (das kann ein Laie meist eh nicht, weil die Deklarationen oft nicht alles aussagen), solltest du den Hersteller einer Prüfung unterziehen: Wie vertrauenserweckend scheint dieser? Welche Fachexpertise steckt dahinter? Wirkt er seriös? Enthalten seinen Produktbeschreibungen Augenwischereien?

Was ist „Augenwischerei“?

Viele Hersteller nutzen Formulierungen, die etwas suggerieren, was möglicherweise gar nicht gegeben ist. Oder sie betonen etwas, was eigentlich selbstverständlich ist. Die Formulierung „schonend kalt abgefüllt“ suggeriert, dass es sich um ein Futter handelt, das nicht so stark erhitzt wurde (was ja bedeuten könnte, dass die Nährstoffe den Herstellungsprozess besser überstanden haben). Man überliest dabei jedoch schnell, dass es sich lediglich um die Abfüllung handelt, nicht um den Herstellungsprozess. Oder sie schreiben, dass alle Zutaten „lebensmitteltauglich“ sind. Das ist aber normal. Zutaten im Hundefutter sind immer lebensmitteltauglich. Es sind ja die Überreste aus der Lebensmittelproduktion für uns Menschen.

Welches Fertigfutter also wählen?

Wie schon gesagt, die beste Methode zur Auswahl ist die, den Hersteller unter die Lupe zu nehmen. Weiter kann es durchaus sinnvoll sein, sich nicht auf eine einzige Sorte/Marke festzulegen. Jedes Futter hat an irgendeiner Stelle ein Manko. Wenn man verschiedene Sorten füttert, gleicht sich das wieder aus.

Fertigfutter aufpeppen

Außerdem kannst du das Fertigfutter mit „normalen“ Nahrungsmitteln aufpeppen. Wie das geht, kannst du dir HIER an ein paar praktischen Beispielen anschauen.

Eigene Rationen erstellen

Falls du deinen Hund richtig füttern möchtest, indem du eigene Rationen erstellst, ist das auch kein „Buch mit 7 Siegeln“. Es muss auch kein bestimmtes Konzept sein, dem du folgst, damit der Hund gesund ernährt wird. Wie du ganz einfach eigene Rationen erstellen kannst, habe ich HIER erläutert. Falls du deinen Hund gerne vegetarisch füttern möchtest, kannst du HIER ein wenig in das Thema einsteigen. Roh oder gekocht ist keine Frage des Glaubens, sondern darf von dir individuell entschieden werden.

Punkt 2: Wann du deinen Hund füttern solltest

Gibt es einen festen Zeitpunkt, wann man den Hund optimalerweise füttern sollte? Nein, den gibt es natürlich nicht. Wann du deinen Hund füttern solltest, hängt in erster Linie von euren individuellen Tagesabläufen statt.

Man kann jedoch sagen, dass eine Fütterung zu relativ festen Zeitpunkten die praktikable Umsetzung erleichtert, da eine gewisse Routine entsteht. Der Organismus des Hundes stellt sich mit der Zeit darauf ein und die Verdauung startet quasi automatisch. Besonders hilfreich kann das sein, wenn der Hund ein schlechter Fresser ist. Für die Verdauungstätigkeiten ist es auch wichtig, bei der Wahl des Fütterungszeitpunktes darauf zu achten, dass unmittelbar vor und bis zu ca. 3 Stunden nach der Fütterung keine körperliche Belastung oder Stress anfallen. Für die Verdauung braucht es Ruhe! Meist ist es daher eine gute Idee, den Hund nach dem Gassigang zu füttern.

Punkt 3: Wo du deinen Hund füttern solltest

Grundsätzlich ist es natürlich egal, wo du deinen Hund fütterst. Aus hygienischen sowie auch praktikablen Gründen ist es meist am einfachsten, den Hund in der Küche zu füttern. Geht was daneben, kann man die Fliesen in der Küche natürlich am einfachsten säubern. Und warum sollte man das Futter ins Wohnzimmer tragen, wenn man es in der Küche zubereitet hat?

Da Rituale eine beruhigende und entspannende Wirkung haben, kann ein fester Platz der Fütterung hilfreich sein. Immer am gleichen Platz in der Küche und aus demselben Napf fressen kann vor allem unsicheren Hunden oder solchen die schon mal hungern mussten (z. B. aus dem Tierschutz) Sicherheit geben.

Punkt 4: Wie oft du deinen Hund füttern solltest

Manche sagen, ein Hund als Nachkomme des Wolfes sollte nicht öfter als ein Mal am Tag gefüttert werden. Es stimmt natürlich, dass der Magen des Hundes sehr dehnbar ist. Dadurch ist die Aufnahme von großen Futtermengen durchaus möglich. Grundsätzlich ist es also kein Problem, einen Hund nur einmal täglich zu füttern. Allerdings soll im Hinblick auf die Magendrehung der Faktor große Futtermengen eine nicht unwichtige Rolle spielen.

Empfindliche, arbeitende, wachsende oder auch säugende Hunde sollten mindestens zweimal täglich gefüttert werden, manche (z. B. Welpen) auch öfters. Eine häufige Fütterung kleiner Rationen entlastet den Magen, was bei empfindlichen Hunden oder auch bei Erkrankungen hilfreich sein kann.

Zweimal täglich passt oft einfach gut!

Viele Hunde kommen sehr gut damit zurecht, zweimal täglich gefüttert zu werden. Meist passt das auch sehr gut in den Tagesrythmus und erlaubt, eine Routine zu entwickeln, die vieles einfacher macht. Zudem wird vor allem bei großwüchsigen Rassen das Risiko einer Magendrehung nicht unnötig erhöht.

In diesem Zusammenhang sei auch noch das Fasten erwähnt: Fastentage sollen einer Theorie zufolge den Verdauungstrakt entlasten und säubern. Dafür gibt es jedoch keine ernährungsphysiologisch relevanten Gründe. Es kann sogar zu Problemen kommen, wenn die Produktion der Magensäure in Erwartung der Fütterung angeregt wird. Bei Mehrhundehaltung kann eine solche Nahrungskarenz außerdem zu verstärktem Aggressionsverhalten in der Hundegruppe führen.

Punkt 5: Wie du Futterwechsel gestalten solltest

Mit dem Ausdruck Futterwechsel ist vor allem gemeint, dass ein Hund ein völlig anderes Futter bekommt, als er bisher gewohnt ist. Ein Hund, der abwechslungsreich gefüttert wurde, hat i. d. R. keine Probleme, wenn das Futter gewechselt wird. Hat der Hund jedoch z. B. lange ausschließlich Trockenfutter bekommen, sollte eine Umstellung auf Nassfutter oder eine Frischfütterung besser langsam erfolgen: Man mischt zunächst kleine Mengen des neuen Futters unter das gewohnte Futter. Über mehrere Tage verändert man schrittweise das Verhältnis von neuem zu altem Futter, bis das alte Futter ausgeschlichen wurde. Wie ein Futterwechsel gestaltet werden sollte, ist also von den Gegebenheiten des individuellen Hundes abhängig.

Fazit

Wie du siehst, wird auch rund um die Fütterung des Hundes längst nicht alles „so heiß gegessen, wie es von manchen gekocht wird“. Es ist durchaus legitim, die Bedürfnisse des Hundes an den eigenen Lebensstil anzupassen. Das ist überhaupt nicht egoistisch! Im Gegenteil: den Erfolg der Geschichte des Hundes hat nicht zuletzt sein opportunistisches Verhalten ausgemacht.

Der Hund ist nicht zuletzt deshalb des Menschen „bester Freund“, weil er sich so gut an den Menschen anpassen kann. Das können, ja sollten wir nutzen, um den Hund auch zu seinem Besten so einfach und erfolgreich wie möglich in unser Leben zu integrieren.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese guten Artikel!
    Ich war bei meiner Hündin, die aus dem Tierschutz stammt lange Unsicher was und wie man am besten füttert. Auch dank dieser Seite bin ich deutlich entspannter geworden. Als Basis bekommt meine Hündin Trockenfutter (Platinum heißt die Marke), einmal die Woche zur Entlastung einen veganen Tag und zwischendurch immer Mal Obst, Gemüse, Knochen und Biofleisch.
    Dabei habe ich ein gutes Gefühl, denn warum sollte für den Menschen eine abwechslungsreiche Ernährung sinnvoll sein, für den Hund aber nur Trockenfutter?!
    Und die Begeisterung, mit der sich der Hund gespannt an seinen Futternapf nähert, um zu sehen, was es heute schönes gibt, macht mir jedes Mal Spaß. Und meiner Hündin auch. Eigentlich. Als es einmal Kartoffeln mit Spinat gab, hat sie mich nur empört angeschaut und zum ersten Mal nicht aufgefressen.

    Also nochmal: danke für diesen Blog und die Ermutigung mutiger zu sein!

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