Ernährungstipps für ein entspannteres Silvester mit Hund

Nicht mehr lange und Silvester steht mal wieder an. Was für viele Grund zur Freude und zum Feiern ist, stellt für so manchen Hundehalter ein Problem dar. Viele Hunde fürchten sich, wenn draußen die Knallerei losgeht.

Kennst du das auch? Da du gerade diesen Beitrag liest, gehe ich davon aus …

In diesem Beitrag erläutere ich dir, wie du deinen Hund mit verschiedenen Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen unterstützen kannst, damit Silvester für ihn und auch für dich entspannter wird. Für einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Böller sind wie Krieg für unsere Hunde!

Dass viele Hunde unsicher oder gar ängstlich reagieren auf den kriegsähnlichen Lärm, kann man ihnen eigentlich gar nicht verübeln. WIR wissen, dass kein Krieg herrscht und warum es draußen kracht und knallt, unsere Hunde wissen das nicht.

Ich persönlich muss auch sagen, ich könnte getrost auf die Knallerei verzichten. So viel Geld, was da unnütz in die Luft geschossen wird, das könnte man auf jeden Fall sinnvoller einsetzen. Feuerwerk verschwendet Geld, ist ziemlich gefährlich, schafft überflüssigen Müll und ängstigt nicht nur Haustiere, sondern auch die vielen, vielen Wildtiere.

Böller und Raketen sind Luftverpester!

An keinem anderen Tag im Jahr soll die Feinstaubbelastung in Deutschland so hoch sein wie am Neujahrstag. Zudem belastet das Feuerwerk der Deutschen die Atmosphäre mit verschiedenen Treibhausgasen, deren Klimawirkung rund 2.300 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Ein weiterer Grund also, darauf zu verzichten.

Mittlerweile sehen das viele Menschen so und verzichten auf die Knallerei. Es wird diskutiert, die Böllerei zu verbieten, in manchen Teilen der Welt wird sie mehr und mehr durch Lasershows ersetzt.

Bis es bei uns tatsächlich so weit ist, dass nicht mehr geknallt werden darf, kann man den Stress, den  viele Hunde an Silvester haben, durch einige Massnahmen reduzieren.

In der Ruhe liegt die Kraft!

Bevor wir zu den Ernährungstipps kommen, möchte ich kurz auf das Verhalten der Menschen eingehen. Das wird ja auch oft diskutiert. Soll man den Hund „trösten“? Soll man das ängstliche Verhalten ignorieren? Wie kann man dem Hund beistehen?

Zum einen ist das natürlich eine individuelle Entscheidung. Es kommt auf den Hund und auch auf den Halter an. Generell würde ich sagen, die Wahrheit liegt meist – wie immer – in der Mitte. Der Hundehalter sollte seinem Hund auf jeden Fall versuchen zu vermitteln, dass aus seiner Sicht kein Grund zur Sorge besteht. Das erreicht er eher nicht, indem er den Hund mit Fürsorge überschüttet und bemitleidet. Eine gewisse Souveränität und Ruhe auszustrahlen, kann nicht schaden. Trotzdem darf man den Hund trösten, ihn auf den Schoss nehmen und beruhigend mit ihm sprechen, wenn man merkt, das hilft dem Hund.

Rollos runter, Fernseher oder Musik an, eventuell einen beruhigenden Lavendelduft (Hundenase aber nicht überfordern!) im Raum kann das „Böller-Übel“ eventuell auch noch etwas in Grenzen halten.

Ich habe schon oft für ENTSPANNUNG der Situation sorgen können, indem ich unseren Silvester-Angsthasen mit lustigen Leckerchen-Spielen abgelenkt habe. Das klappt aber sicher nicht mit jedem Hund.

Entspannung aus dem Futternapf

Will man über die Ernährung Einfluss ausüben, muss man natürlich schon vor Silvester anfangen. 2-4 Wochen sollten es schon sein, damit sich eine Wirkung zeigt. Es gibt verschiedene Nährstoffe, die eine ausgleichende oder gar stimmungsaufhellende Wirkung haben und dazu beitragen können, dass der Hund sich besser fühlt. Dadurch wird er zwar nicht mutiger, aber Angst und Unsicherheit werden vielleicht besser „weggesteckt“.

Grundsätzlich ist es immer hilfreich, wenn man ganzjährig auf eine ausgewogene Versorgung mit allen Nährstoffen achtet. Ein Hund, der an Silvester unsicher reagiert, hat außerdem vielleicht auch andere Situationen, die er nicht so gut meistern kann. Allerdings kann man das auch nicht verallgemeinern. Unser kleiner Terrier als Beispiel ist überhaupt kein ängstlicher oder unsicherer Hund. Die Knallerei an Silvester ist ihm aber trotzdem überhaupt nicht geheuer.

Die folgenden Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungen eignen sich zur „mentalen“ Unterstützung bei Unsicherheit und Ängstlichkeit und können so dazu beitragen, dass der Hund an Silvester ein gestärktes Nervenkostüm hat:

B-Vitamine

Sie gelten als Nervennahrung, da sie eine beruhigende und stressmindernde Wirkung haben. Vitamin B3 hat im zentralen Nervensystem sogar eine ähnliche Wirkung wie angstlösende Beruhigungsmittel. Eine sehr gute Quelle für B-Vitamine ist z.B. Bierhefe, die ja auch ein beliebtes Ergänzungsmittel für Hunde darstellt, weil sie z.B. auch für schönes Fell sorgt. Man kann auch auf ein Vitamin B Komplex -Präparat für Hunde zurückgreifen. B-Vitamine kann man ruhig auch mal über einen längeren Zeitraum geben, das schadet nicht! Meine Hunde bekommen sie fast ganzjährig, weil sie auch gut gegen Zecken helfen.

Omega-3-Fettsäuren

Die essentielle Fettsäure Omega 3 hat eine stimmungsaufhellende Wirkung und ist wichtig für Gehirnfunktionen. Sie wird in der Humanmedizin z.B. erfolgreich bei der Therapie von Depressionen, Angstzuständen, oder auch AD(H)S eingesetzt. Zur Versorgung mit essentiellen Fettsäuren kann man z.B. Leinöl, Hanföl oder Fischöl nutzen. Gut eignen sich auch Kapseln, die hochkonzentriertes Lachsöl und somit besonders viel Omega-3 enthalten. Außerdem sollte man bei der Fütterung auf die Fleischherkunft achten. Fleisch aus artgerechter Nutztierhaltung hat einen deutlich höheren Anteil an Omega-3-Fettäuren. Auch Omega-3 kann nicht schaden udn auch nicht überdosiert werden. Man sollte entsprechende Öle oder  auch solche Kapseln ruhig immer mal wieder geben, da die heutigen Nahrungsmittel eher zuwenig davon enthalten.

Vitamin D

Dieses Vitamin spielt eine wichtige Rolle in der Regulation des Hirnbotenstoffes Serotonin. Ein Mangel an Vitamin-D führt zu strukturellen Veränderungen im Gehirn und beeinflusst die Verwertung von Dopamin und die Synthese von Noradrenalin. Serotonin ist als Glückshormon bekannt und es kann sicher nicht schaden, seine Bildung durch eine ausreichende Versorgung mit Vit. D zu unterstützen. Außerdem kann ein Vit. D-Mangel eine Dysbiose, also ein Ungleichgewicht der Darmbakterien begünstigen. Durch einen Mangel an Vit. D wird nämlich die Produktion der sogenannten Defensine herabgesetzt, welche Einfluss auf die Darmbarriere haben. Auch dieser Umstand kann sich ungünstig auf die mentale Verfassung auswirken. Nur wenige Nahrungsmittel enthalten viel Vit. D, dazu zählen vor allem Innereien. Zur Versorgung mit Vit. D eignen sich außerdem die Gabe von Dorschlebertran, ein Vit. D-Öl oder z. B. auch die Ergänzung LaVita, ein sogenanntes Bio-Aktivstoffkonzentrat. Mehr zur Versorgung mit Vitamin D (auch die Dosierungen der jeweiligen Ergänzungen) kannst du in meinem Artikel Vitamin D – die Sonne im Hundenapf nachlesen.

Gesunde Darmflora und gute Bakterien unterstützen

Bifidobakterien leben im Darm und gelten als „gute Bakterien“. Unter anderem wirken sie antidepressiv, stimmungsaufhellend, verringern Ängste und Stresssymptome und können sogar die Bildung des Glückshormons Serotonin anregen. Bei Hunden, die unsicher sind und/oder unter Stresssymptomen leiden, kann sich daher eine Unterstützung der Bifidobakterien lohnen. Dafür eignen sich gut präbiotische Nahrungsmittel. Präbiotika sind die Stoffe in Nahrungsmitteln, die den Darmbakterien als Nahrung dienen. Besonders wichtig sind Inulin und resistente Stärke. Inulin findet sich in Chicorée, Schwarzwurzeln, Topinambur, Pastinaken oder auch Endiviensalat. Resistente Stärke ist enthalten in Haferflocken, Vollkornbrot, gekochtem aber kaltem Vollkornreis und Kartoffeln, Hirse oder auch grünen (also nicht ganz reifen) Bananen. Auch verschiedene Milchprodukte wie z.B. Kefir oder Buttermilch können die Vermehrung der Bifidobakterien unterstützen. Wie in Studien festgestellt wurde, vermehren sich Bifidobakterien ebenfalls durch grünen Tee. Man kann dem Hund also zum Futter gerne auch mal den ein oder anderen Schluck grünen Tee abgeben. Auch der Brottrunk (den man auch in vielen Lebensmittelläden kaufen kann) oder Fermentgetreide eignen sich als Unterstützung der Darmbakterien.Auch hier gilt, diese Unterstützung darf ruhig ganzj#hrig erfolgen, denn die Gesundheit „wohnt“ im Darm.

Mineralstoffe

Magnesium hat ebenfalls eine beruhigende Wirkung. Nahrungsmittel, die viel Magnesium enthalten sind z.B. Nüsse (Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Kürbiskerne), Weizenkleie, Haferflocken, Vollkornbrot, Bananen oder auch Vollkornreis. Man kann Magnesium auch als Ergänzung geben, auch als Kombiergänzung Magnesium + Zink .

Zink ist ebenfalls ein wichtiger Nährstoff für die Gehirnfunktionen, ein Mangel kann z.B. zu Reizbarkeit, Unruhe, Stimmungsschwankungen oder sogar Depressionen führen. Gute Zinklieferanten sind z.B. Innereien und Fleisch, Haferflocken, Kürbiskerne, Paranüsse, Eigelb, Hülsenfrüchte oder auch Käse. Hunde haben einen vergleichsweise hohen Zinkbedarf, weshalb es mitunter sinnvoll sein kann, Ergänzungen zu geben. Eine Ergänzung, die sich bei der Frischfütterung eignet, um eventuelle „Löcher zu stopfen“, ist Spurenelemente PLUS (enthält u. a. auch Magnesium).

Um die Zufuhr der genannten Nährstoffe zu verbessern, kann es manchmal schon reichen, ein paar kleine Änderungen oder Anpassungen vorzunehmen. Natürlich sollte man nicht „mit der Tür ins Haus fallen“ und den Hundeorganismus überfordern, indem man plötzlich mit allen möglichen hochdosierten Ergänzungen um sich wirft. Denn bekanntlich ist weniger oft mehr.

Wann sollte man loslegen?

Damit die Nährstoffe ihre Wirkung zeigen können, sollte man am besten schon mehrere Wochen vor dem beunruhigenden Ereignis loslegen. Einige der aufgeführten Ergänzungen können, wie schon geschrieben, auch dauerhaft gegeben werden.

Manchmal helfen nur Medikamente …

Nicht jedem Hund können solche „milden“ Mittel helfen. Es gibt natürlich auch Hunde, die empfinden an Silvester einen solchen Stress, dass ihnen nur mit Medikamenten geholfen werden kann. Diese sollte man selbstverständlich immer nur in Abstimmung mit dem Tierarzt einsetzen.

 

Allen Clean Feeding Lesern wünsche ich ein fröhliches, entspanntes und friedliches Weihnachtsfest. Kommt alle gut in das neue Jahr und freut euch auf ein tolles 2021 mit viel Freude, Liebe und natürlich Gesundheit!

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Über Anke Jobi 87 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

3 Kommentare

  1. Socke bekommt seit einiger Zeit sog. Microorganismen auf Hefebasis mit Kräutern, die im Darm Proteine freisetzen. Sockes Fell hat sich schon sehr verbessert und die Haut schuppt nicht mehr so. Wir nutzen diese zur Zahn – und Ohrreinigung. Nun hoffen wir auf einen guten Einfluss auf das Befinden…

    Viele vorweihnachtliche Grüße
    Sabine mit Socke

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