Forscher der University of Edinburgh haben in einer neuen Studie die Klimabilanz von Hundefutter analysiert. Es ging dabei vor allem um das Fleisch im Hundefutter. Dass die Produktion von Fleisch sich sehr negativ auf die Klimabilanz auswirkt, ist längst kein Geheimnis mehr. Bisher hieß es, Fleisch im Hundenapf wäre nicht sonderlich umweltschädlich, denn das wären ja schließlich eh nur die Reste, die sonst weggeworfen werden. Aber stimmt das wirklich?
Wieso ist Fleisch schädlich für das Klima?
Die Ernährung bzw. die Produktion von Nahrungsmitteln hat auf die Umwelt sehr viel Einfluss. Einen nicht geringer Teil des Treibhausgas-Ausstoßes verursacht die Landwirtschaft, wobei die Produktion der tierischen Nahrungsmittel den größten Anteil trägt. So entsteht bei Wiederkäuern z. B. während der Verdauung das Treibhausgas Methan. Eine Rolle spielt das vor allem in der Massentierhaltung.
2024 war die Landwirtschaft alleine für 8,2 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Ganze 64,5 % (in Zahl 34,9 Mio. t direkte THG-Emissionen) davon verursachte die Tierhaltung. Wie sich diese 34,9 Mio. t zusammensetzen, kannst du auch HIER nachlesen.

Zusätzlich setzt die Rodung der Regenwälder für den Anbau von Tierfutter weiteres Treibhausgas frei, welches wiederum nicht durch den Regenwald, der ja abgeholzt wurde, rückgebunden werden kann.
Das Fleisch selber ist also nicht schädlich für das Klima, sondern der Weg der Produktion und die Treibhausgase, die dabei entstehen.
Dass wir den Fleischkonsum für den Umweltschutz reduzieren müssen, ist schon länger Konsens. Ernährung, die nachhaltig ist, geht heute in eine pflanzenbasierte Richtung. Ein gutes Beispiel dafür ist die Planetary Health Diet.
Was ist mit dem Fleisch im Hundefutter?
Der Ursprung von industriellem Hundefutter ist die Verwertung von Resten der menschlichen Ernährung (das gab es vor Fertigfutter schon, nur nicht industrialisiert). Die Industrie hat quasi einen Weg gefunden, „Müll“ zu Geld zu machen. Tierische Nebenerzeugnisse und Schlachtabfälle, die wir nicht essen wollten, wurden zu Hundefutter verarbeitet. Das war natürlich durchaus nachhaltig. Der Hund hat so keine weiteren Ressourcen verbraucht, sondern von dem gelebt, was sonst weggeworfen wurde.
Das ging so lange gut, bis irgendjemand gedacht hat:
„… Moment mal, der Hund stammt doch vom Wolf ab.. Und der Wolf … ist das nicht ein Fleischfresser? Und überhaupt … ist der Hund nicht unser bester Freund? Wie kann es dann sein, dass wir ihn mit „Müll“ füttern???“.

Nun war der Hund nicht länger der Restevertilger. Er war jetzt der beste Freund des Menschen, der auch einen Anspruch auf die beste Ernährung hat, welche sich auch wieder an seinen Wurzeln orientieren sollte. Was als Trend in kleinem Kreis begann, führte dazu, dass die Futtermittelindustrie ebenfalls umdachte. „Hoher Fleischanteil“ oder auch „Lebensmittelqualität“ wurden zu prominenten Werbeslogans.
Studie zeigt: Die Klimabilanz von Hundefutter wird schlechter
Die Studie der University of Edinburgh offenbart: Weil wir angefangen haben, den Hund mit viel Fleisch zu füttern, das eigentlich für die Menschen produziert wurde, haben wir einen wenig nachhaltigen Hebel in Gang gesetzt. Jetzt sind es nicht mehr einfach die Reste, die der Hund bekommt. Jetzt ist es hochwertiges Muskelfleisch, für das wir zusätzliche Tiere züchten und schlachten.
Bewertet wurden in der Studie die Zutatenlisten und Nährwertkennzeichnungen von rund 1.000 handelsüblichen Hundefuttern, deren CO₂-Bilanz die Forscher auf Basis der bei der Produktion anfallenden Emissionen berechnet haben. Untersucht wurden dabei Trocken-, Nass- und Rohfutter ebenso wie pflanzenbasierte Varianten und getreidefreie Optionen.
Das Ergebnis ist: Die Klimabilanz von Hundefutter kann jetzt sogar nocht schlechter sein als die unserer eigenen Ernährung.
Die Forscher fanden heraus, dass es vor allem die Premium-Produkte sind, die durch den Klima-Test fallen. Die, welche werben mit viel Muskelfleisch, Lebensmittelqualität oder auch damit, dass sie frei von Getreide sind. Natürlich kommt es bei einem Vergleich auch darauf an, wie wir uns selber ernähren. Dass ein Veganer sich klimafreundlicher ernährt, klingt ja noch logisch. Was aber zu denken geben sollte: Je nach Sorte kann die Klimabilanz von Hundefutter schlechter sein als die eines sich mit herkömmlichen Mengen Fleisch ernährende Menschen, dessen Reste der Hund ja eigentlich fressen würde.
Wie sieht es aus mit der Nachhaltigkeit beim Hundefutter?
Wie nachhaltig ein Hundefertigfutter ist, also auch, wie es um die Klimabilanz steht, kann man an verschiedenen Faktoren erkennen. Worauf du achten kannst, habe ich HIER in einem Beitrag schon mal erläutert. Achte zusätzlich zu den im Beitrag genannten Punkten darauf, ob auf der Verpackung explizit steht, dass das Futter hochwertiges Muskelfleisch enthält. Auch wenn es noch so schön klingt, weil man für seine Fellnase ja nur das Beste will: es ist nicht das Beste! Nährstoffreiche Schlachtabfälle sind deutlich nachhaltiger.
Die Studie schließt ab mit dem Satz:
„Die Verringerung der schlimmsten Ausprägungen des Klimawandels bedeutet auch, das Leid von Haustieren zu verringern, da sie gemeinsam mit ihren menschlichen Begleitern die vorhergesagten klimawandelbedingten Folgen wie extreme Wetterereignisse, Naturkatastrophen, Bevölkerungsverschiebungen und wachsende Ungleichheit erleben.“
Das mag für manchen zu dramatisch klingen. Aber: Indem man nicht nur die Klimabilanz der eigenen Ernährung, sondern auch die von Hundefutter im Blick hat, tut man in jedem Fall etwas für den Tierschutz. Man fördert den Schutz der Rinder, Schweine und Hühner in der Massentierhaltung und auch den der Tiere im Regenwald.
Falls du dich für Clean Feeding oder sogar vegetarische Hundeernährung interessierst, kannst du HIER und HIER weiterlesen …




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