Aktualisiert am 25. Mai 2025
Abwechslungsreiches Hundefutter braucht kein Hund, heißt es! Man muss nur eine Sorte finden, die Hund und Halter halbwegs zusagt und schon muss man sich bis ans Ende seiner Tage keine Gedanken mehr um das Hundefutter machen. Really? …

Kürzlich las ich in einem Facebook-Post von einer Hundehalterin, die völlig ratlos war, weil ihr Hund auf einmal das Hundefutter, das er seit Monaten bekam, nicht mehr fressen wollte. Ich wollte ihr auf die Frage, was sie tun sollte, instinktiv antworten, mir wäre das auch schon passiert: nachdem ich monatelang jeden Tag Linsensuppe zum Mittag hatte, konnte ich diese eines schönen Tages zum verrecken nicht mehr runter würgen.
Natürlich habe ich es nicht getan.
Obwohl man mit solchen Vergleichen aus der menschlichen Ernährung durchaus schon mal die eine oder andere Absurdität sichtbar machen kann ….
Abwechslungsreiches Hundefutter: nötig oder überflüssig?
Die Futtermittelindustrie möchte sehr gerne, dass Hundehalter es als gesund erachten, wenn sie ihren Hund sein Leben lang mit ein und demselben Futter versorgen. Das Argument ist: ein Hundefutter muss alle relevanten Nährstoffen, die der Hund benötigt, enthalten. Das ist der Anspruch.
Und wenn man dieses eine Futter gefunden hat, bloß nicht wechseln!! Um Gottes Willen! Das könnte den Verdauungstrakt des armen Hundes irritieren und er könnte gleich im Anschluss daran tot umfallen.
Abwechslungsreiches Hundefutter benötigt kein Hund! Denn die modernen Technologien ermöglichen es ganz easy, in einer einzigen Sorte eines Hundefutters wirklich ALLES unterzubringen, was der best Buddy braucht! Wozu abwechslungsreiches Hundefutter, wenn wenig Abwechslung den Hund bestens versorgt?
Ich sage dir: das ist BULLSHIT!!
5 Gründe, warum du deinem Hund abwechslungsreiches Hundefutter geben solltest
Ernährungsvielfalt für optimale Nährstoffaufnahme
Hunde, genau wie Menschen, benötigen eine breite Palette von Nährstoffen. Jede Art von Futter hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und abwechslungsreiches Hundefutter hilft sicherzustellen, dass der Hund alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Nährstoffe in ausreichender Menge erhält. Durch die Kombination von verschiedenen Futtervarianten wie Trockenfutter, Nassfutter oder auch frischen Komponenten wie Fleisch, Gemüse usw. wird eine abwechslungsreiche Nährstoffaufnahme gewährleistet.
Vermeidung von Nährstoffmängeln und Überschüssen
Einseitige Ernährung kann zu Nährstoffmängeln oder -überschüssen führen, die langfristig gesundheitliche Probleme verursachen können. Durch die regelmäßige Variation der Futtersorten kannst du das Risiko solcher Ungleichgewichte minimieren. Als Beispiel: Unterschiedliche Proteinquellen wie Geflügel, Rind oder Fisch tragen dazu bei, dass der Hund eine breite Palette von Aminosäuren erhält, die für den Muskelaufbau und die Reparatur wichtig sind.
Mit der Variation verschiedener Futtersorten kannst du aber auch das Manko, das nun mal jedes Hundefutter hat, ausgleichen. Das kann ein Nährstoff sein, der nicht ausreichend im Futter enthalten ist, oder ein Schadstoff, der in der einen Sorte drin ist (aber natürlich nicht auf der Verpackung steht).
Steigerung der Futterakzeptanz und Vorbeugung von Allergien
Hunde können durchaus wählerisch sein, wenn es um ihr Futter geht. Die ständige Gabe desselben Futters kann zu Desinteresse führen, was zu einem Mangel an Appetit oder sogar Nährstoffmangel führen kann.

Die Einführung von Vielfalt in der Ernährung hält den Speiseplan interessant und steigert die Futterakzeptanz. Außerdem kann abwechslungsreiches Hundefutter dazu beitragen, Allergien gegenüber bestimmten Zutaten zu verhindern, die bei einer einheitlichen Fütterung auftreten könnten.
Förderung der geistigen Stimulation und Beschäftigung durch abwechslungsreiches Hundefutter
Die Nahrungsaufnahme sollte nicht nur den Körper, sondern auch den Geist des Hundes stimulieren. Durch das Angebot von verschiedenen Texturen, Aromen und Geschmacksrichtungen wird die geistige Stimulation gefördert.
Wenn das Futter für den Hund interessant bleibt, kann es natürlich auch viel besser für Training und Spiel eingesetzt werden. Suchspiele etc. können den Hund geistig ebenfalls fördern.
Unkomplizierte und günstigere Beschaffung des Hundefutters
Auch für dich als Halter bietet abwechslungsreiches Hundefutter eine Reihe Vorteile. So bist du nicht auf einen einzigen Beschaffungsweg (z. B. der eine Hersteller, der sein Futter nur im Internet vertreibt) angewiesen. Oder du kannst deinen Geldbeutel schonen, indem du öfter Hundefutter kaufst, das gerade irgendwo im Angebot ist.
Fazit
Wie du siehst, bietet abwechslungsreiches Hundefutter für deinen Hund und auch für dich eine ganze Reihe Vorteile. Achte in erster Linie immer darauf, dass dein Hund sein Futter gut verträgt und mag. Eine abwechslungsreiche Hundeernährung fördert natürlich auch die Verträglichkeit. HIER kannst du übrigens nachlesen, wie du verschiedenes Fertigfutter aufpimpen kannst.
Sollte dein Hund krank sein und aufgrund seiner Krankheit tatsächlich nur dieses eine Hundefutter vertragen, solltest du ihm das natürlich nicht verwehren.





Das habe ich mal anders gelernt.
Ständige Wechsel der Nahrung kam in der ursprünglichen Natur des Hundes nicht vor. Da kam nicht heute ein Rind, morgen ein Hase, dann ein Schwein, ein Fisch, ein Lamm vor.
Viele Wechsel von Proteinquellen unterstützen die Mäkeligkeit von Hunden und reduzieren die Auswahlmöglichkeiten in Allergie- oder Krankheitsfällen. Man muss Jahr nicht jahrelang das Selbe füttern, aber dauernd wechseln ist in meinen Augen auch nicht optimal
Hallo liebe Julia,
die ursprüngliche Ernährung des HUNDES ist die Ernährung aus Resten der Menschen. Welche Proteinquellen zur Verfügung stehen, kann natürlich regional unterschiedlich sein. Einen Wechsel von Geflügel, Rind und Fisch, wie ich es geschrieben habe, würde ich aber als durchaus normal bezeichnen. Dass der Hund in Deutschland Straußenfleisch bekommt, würde ich als eher untypisch bezeichnen und auch nicht im Sinn von „Clean Feeding“. Mir ist nicht klar, wieso man beim Hund immer automatisch darauf schließt, man müsse etwas ausschließen, für den Fall der Allergie. Und … du schließt doch automatisch etwas aus, wenn du regional fütterst: nämlich das, was für die Region hier untypisch ist. Schau doch einfach mal auf deinen Teller, wie abwechslungsreich der ist. Ähnlich abwechslungsreich darf auch der Napf gefüllt werden.
Liebe Grüße, Anke