Fütterung im Frühling- so kannst du deinen Hund optimal unterstützen

Noch haben wir Winter und das Wetter ist sehr ungemütlich. Aber der Frühling steht vor der Tür und lange dauert es nicht mehr, dann fängt die Natur an, aufzublühen. Mit dem Erwachen der Natur blühen auch unsere Lebensgeister und die unserer Hunde wieder auf. Die Tage werden schon jetzt merkbar länger.

Wenn der harte Winter geht und der Frühling kommt …

Für unsere Vorfahren war der Winter eine harte Zeit. Sie lebten von vorher angelegten Vorräten und diese wurden schon mal knapp. Man versuchte im Winter daher, Kräfte zu sparen, um mit weniger Nahrungsmitteln zurecht zu kommen. Daraus resultiert u. a. auch heute noch eine Verlangsamung des Stoffwechsels während der Wintermonate. Das gilt auch für unsere Hunde.

Im Frühling kommen die Lebensgeister zurück, doch die Leber, die durch den verlangsamten Stoffwechsel weniger geleistet hat, muss nun etwas aufholen. Das ist wohl auch der Ursprung der verbreiteten Frühjahrsmüdigkeit, denn wenn die Leber mehr zu tun hat (oder gar überlastet ist) macht das müde. Es macht also Sinn, die Leber deines Hundes im Frühling etwas zu unterstützen.

Auch in der TCM ist die Leber dem Frühling zugeordnet. Im chinesischen Kalender beginnt das Frühjahr sogar schon Anfang Februar, also jetzt.

Leber unterstützen

Die Leber deines Hundes unterstützt du z. B. sehr gut mit Kräutern, die du dem Hund kurweise zum Futter gibst. Mariendistel, junger Löwenzahn, Brennnessel oder auch Apfelessig unterstützen die Leber deines Hundes dabei, die Altlasten besser abzubauen. Wie man Kräuter dosiert, kannst du HIER nachlesen.

Die Leber produziert auch den Gallensaft, der vor allem für die Fettverwertung benötigt wird. Daher kann es hilfreich sein, eine Weile nicht zu fettreich zu füttern. Das heißt, lieber mageres Rindfleisch füttern oder Hühnchen. Auch mal auf Fleisch verzichten und z. B. eine vegetarische Mahlzeit füttern und das Fleisch mit Milchprodukten und Eiern zu ersetzen.

Frühlingsgemüse

Regionales, saisonales Gemüse ist optimal, denn es entspricht den Bedürfnissen im Frühling. Im Februar und März gibt es noch Chicorée, Pastinaken, Topinambur und Schwarzwurzeln. Diese unterstützen eine gesunde Darmflora, welche wiederum auch der Leber hilft.

Im April und Mai gibt es Mangold, Spargel, Spinat, letzte Topinambur-Knollen und ersten Kohlrabi.

Frischer Gemüsemix zur Belebung

Mit einem frischen Gemüsemix unterstützt du den Stoffwechsel deines Hundes. Die enthaltenen Nährstoffen helfen, seine Lebensgeister zu wecken. Wie du deinen Hund optimal mit Gemüse versorgen kannst, habe ich HIER erläutert.

Fellwechsel unterstützen

Im Frühling ist der „große“ Fellwechsel fällig. Der Hund verliert sein dickes Winterfell, sobald die Tage länger werden und die Temperaturen steigen. Vor allem bei Hündinnen spielt dabei allerdings auch der Hormonstatus eine Rolle. Um dem Organismus diese anstrengende Prozedur zu erleichtern, kann man ihn unterstützen:

  • Vit. A ist DAS Epithelschutzvitamin (Epithel = Gewebe, z. B. die Haut) und spielt eine sehr wichtige Rolle bei den Funktionen und dem Aufbau der Haut. Sehr reich an Vitamin A sind Eigelb, Leber und auch Lebertran. Hunde können außerdem wie Menschen Vitamin A aus Betacarotin bilden. Daher nennt man Betacarotin auch PROvitamin A. Reich an Betacarotin sind z.B. Karotten oder auch Spinat.
  • B-Vitamine sind wichtig für den Hautstoffwechsel. Mangelerscheinung können daher z. B. Hauterkrankungen sein. Kommt es zu verstärktem Haarausfall, gespaltenen Krallen, Hautveränderungen, verfrühtem Ergrauen der Haare oder sogar Dermatosen (Erkrankungen der Haut), sollte man an die B-Vitamine denken. Bierhefe ist sehr reich an B-Vitaminen und kann Hunden kurweise verabreicht werden. Das Vitamin B12 findet man allerdings fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln, wie z. B. in Leber. Auch ein Vitamin B Komplex eignet sich zur kurweisen Anwendung bei Hunden.
  • Biotin (auch ein B-Vitamin), sogenanntes Schönheitsvitamin, ist ein wichtiger Nährstoff für die Haut. Es wird benötigt, um Keratin zu bilden, die Grundsubstanz für Haut, Haare und Krallen. Ein Mangel äußert sich durch glanzloses, trockenes, sprödes Fell, Haarausfall und Schuppenbildung. Auch Entzündungen der Haut, Verdickungen und Juckreiz können Symptome für einen Mangel sein. Biotin ist z. B. in Eigelb enthalten. Da Eiweiß Avidin enthält, einen Stoff, der Biotin an sich bindet und so unverfügbar macht, sollte man roh nur das Eigelb füttern oder das Ei kochen, denn Avidin wird durch Erhitzung zerstört. Wie so ziemlich alle Vitamine ist auch Biotin hitzeempfindlich, langes Garen macht ihm also den „Garaus“. Wenn man gekochte Eier gibt, sollte man daher möglichst das Eigelb weich lassen, dann bleibt das Biotin erhalten.
  • Zink gehört zu den Spurenelementen und erfüllt sehr vielfältige Funktionen. Es ist unentbehrlich für das Zellwachstum und ebenso für die Wundheilung. Bei einem Mangel sind vor allen Dingen Störungen an Haut und Haaren zu erwarten. Besonders bei älteren Hunden sollte man auf die Versorgung achten und eventuell Zink ergänzen. Gute Zinklieferanten sind neben Fleisch z. B. auch Paranüsse, Kürbiskerne (Nüsse und Kerne sollten dem Hund nur in gemahlener Form gefüttert werden) oder auch Haferflocken.
  • Die ungesättigten Fettsäuren Omega-6 Fettsäure Linolsäure und Omega-3-Fettsäure α-Linolensäure sind auch für Hunde essentiell. Das bedeutet, sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Beide Fettsäuren sind sehr wichtig für die Haut und das Fell. Ein Mangel zeigt sich in rauem, stumpfem und trockenem Fell, Haarausfall, Infektionen der Haut und auch schlechter Wundheilung. Als Ergänzung für das Futter eignen sich Lachsöl, Leinöl, Hanföl, oder auch Hanfsamen oder Chia Samen .
  • Das Spurenelement Jod ist maßgeblich an den Funktionen der Schilddrüse und der Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt. Die Schilddrüsenhormone haben auch Einfluss auf den Hautstoffwechsel. Deshalb ist eines der Symptome einer Fehlfunktion der Schilddrüse eine trockene Haut. Nur wenn die Schilddrüse ausreichend mit  Jod versorgt wird, kann sie ihren Aufgaben nachkommen. Seealgen enthalten recht hohe Mengen Jod. Bei einer Frischfütterung eignet sich bei Hunden daher gut die Ergänzung von Seealgenmehl . Man kann natürlich auch Komplettergänzungen nutzen, um die Versorgung mit Jod und weiteren Nährstoffen zu gewährleisten. Grundsätzlich solltest du auch darauf achten, ob das Fertigfutter deines Hundes ausreichend Jod enthält.

Bewegung

Im Frühling erwachen die Lebensgeister und man ist wieder öfter draußen. Auch dem Stoffwechsel hilft mehr Bewegung. Er wird so angeregt und damit auch die Tätigkeit der Leber.

Benötigte Futtermengen

Im Winter benötigt der Organismus einerseits mehr Energie, um die Körpertemperatur zu erhalten. Andererseits bewegt man sich weniger und die Runden mit dem Hund sind eventuell kürzer ausgefallen. Je nachdem, wie du die Futtermengen deines Hundes im Winter angepasst hast, solltest du das im Frühling wieder ändern.

Gewicht des Hundes beobachten!

Dabei ist es immer wichtig, den individuellen Hund im Blick zu haben. Beobachte das Gewicht deines Hundes eine Weile verstärkt. So kannst du auf Veränderungen direkt entsprechend reagieren. Als Grundregel gilt dabei, dass die Rippen tastbar, jedoch nicht sichtbar sein sollten und dass die Taille deines Hundes sichtbar ist. Wenn du dir diese optische Überprüfung nicht zutraust, wiege deinen Hund für eine Weile regelmäßig,  z. B. jeden Sonntagvormittag.

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für eine Reihe Erkrankungen. Das Gewicht deines Hundes ist daher immer ein wichtiger Faktor für die Prävention. Und Prävention ist der beste Weg, die Gesundheit deines Hundes effektiv zu unterstützen.

Gesund und munter nicht nur im Frühling …

Wenn du diese Tipps beherzigst, hat dein Hund nicht nur gute Chancen, im Frühling gesund und munter zu sein, sondern seine Chancen auf ein langes und gesundes Hundeleben steigen ebenfalls.

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Über Anke Jobi 84 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

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