So kannst du nachhaltiges Fertigfutter für deinen Hund finden

Nachhaltiges Fertigfutter wird immer beliebter. Immer mehr Hundehalter wollen ihren Hund nicht einfach nur gesund und ausgewogen füttern, sondern legen auch Wert auf Nachhaltigkeit. Obwohl diesbezüglich eine Frischfütterung der einfachste Weg ist, weil man die volle Kontrolle hat, ist das trotzdem nicht jedermanns Sache. Die Mehrzahl der Hundehalter, nämlich rund 90 %, füttert nach wie vor Fertigfutter. Aber auch beim Fertigfutter kann man einige Punkte beachten, damit der Futternapf nachhaltiger wird.

Die folgenden 5 Punkte können dir dabei helfen, für deinen Hund ein nachhaltiges Fertigfutter auszuwählen, das trotzdem gesund und ausgewogen sein kann.

Nassfutter oder Trockenfutter?

Ob du deinen Hund mit Nass- oder Trockenfutter ernährst, ist in erster Linie natürlich eine Entscheidung von Vorliebe und Verträglichkeit. Wenn es aber um nachhaltiges Fertigfutter geht, schneidet Trockenfutter etwas besser ab. Nassfutter enthält einen sehr hohen Wasseranteil, nämlich meist um die 70 %. Daher muss man von Nassfutter deutlich höhere Mengen füttern. Als Vergleich: während ein Hund von einem Trockenfutter 250 g täglich benötigt, muss er von einem ähnlich zusammengesetzten Nassfutter etwa 900 g fressen. Das ist fast die vierfache Menge, um seinen Nährstoffbedarf zu decken.

Das bedeutet, dass auch der Verpackungsmüll deutlich höher ist. Zudem kann man aufgrund der längeren Haltbarkeit nach dem öffnen der Verpackung von Trockenfutter auch größere Verpackungen kaufen. Der Inhalt einer Dose, die einmal geöffnet wurde, ist nur wenige Tage haltbar. Trockenfutter kann man auch nach dem öffnen der Verpackung noch mehrere Wochen lagern.

Ganz nebenbei schlägt sich das natürlich auch in den Kosten nieder. Das heißt, du kannst unter Umständen viel Geld sparen, wenn du Trockenfutter kaufst, noch dazu wenn du größere Gebinde kaufst.

Wie wird nachhaltiges Fertigfutter verpackt?

Das meiste Plastik wird für Verpackungsmaterial verwendet. Doch Plastik belastet die Umwelt sehr stark, denn der Großteil des verwendeten Plastiks wird niemals recycelt oder verbrannt, sondern landet in der Umwelt und den Meeren. Ganze 79 % des gesamten produzierten Plastiks landen laut National Geographik  in Deponien oder in der Umwelt. In den Meeren schwimmen schon mehr als fünf Billionen Plastikteile.

Im Hinblick auf die Verpackung für nachhaltiges Fertigfutter ist ein wichtiger Faktor die Recyclingfähigkeit des Materials. Für Nassfutter werden vor allem Konservendosen benutzt, aber auch Aluschalen, sogenannte Pouches (Kunststoff-Aluminium-Beutel), selten Tetra-Packs und neuerdings Gläser. Trockenfutter wurde lange Zeit ausschließlich in Plastiksäcken angeboten.

Papier

Mittlerweile verwenden viele Hersteller von Trockenfutter Papier als Verpackungsmaterial. Papier ist zu einem großen Anteil recycelbar und biologisch abbaubar. Daher ist Papier die umweltverträglichste Variante und Trockenfutter hat auch hier die Nase vorn.

Dosen

Konservendosen bestehen aus Weißblech und können gut recycelt werden. Da bei der Herstellung jedoch besonders viel Energie benötigt wird, schätzt das Umweltbundesamt die Ökobilanz als eher ungünstig ein.

Aluschalen und Pouches

Für die Herstellung von Aluschalen und Pouches werden große Mengen Energie benötigt und für die Gewinnung von Bauxit, den Grundstoff des Aluminiums, werden in Australien oder auch Brasilien große Flächen Regenwälder abgeholzt. Die Ökobilanz ist ungünstig und die Herstellung belastet die Umwelt sehr. Sie sind daher die schlechteste Variante bei der Wahl der Verpackung.

Tetrapacks

Tetra-Packs werden teilweise aus Holz hergestellt und gelten deshalb als umweltfreundlich. Allerdings enthalten Tetrapacks auch Anteile von Plastik oder Aluminium. Sie sind aufgrund des Verbundes von Stoffen nicht ganz einfach zu recyceln, haben jedoch den Vorteil eines geringen Gewichts (geringere Belastung bei Transport) und sind platzsparend.

Glas

Bleibt noch die Glas-Variante. Glas ist zunächst einmal gut recycelbar, jedoch ist der Energieaufwand dafür sehr hoch. Hinzu kommt noch, dass Glas im Vergleich z. B. mit der Dose relativ schwer ist, was wiederum mehr Energieaufwand für Transport etc. bedeutet. Natürlich bieten Glasbehälter den Vorteil, dass man sie spülen und wiederverwerten kann. Das hört jedoch spätestens nach dem zwanzigsten Glas auf.

Zusammenfassend kann man sagen, die Verpackung aus Papier stellt im Hinblick auf die Umweltbelastung die beste Variante dar. Allerdings muss man auch hier genauer hinschauen, da die Papierverpackungen oft innen mit einem Plastiküberzug versehen werden. Zudem sind die Informationen zu den verwendeten Verpackungen häufig sehr spärlich. Fütterst du deinen Hund mit Nassfutter, wäre ein Tetrapack die beste Variante. Glas und Dosen machen keinen großen Unterschied und die schlechteste Variante sind Behälter, die mit Aluminium hergestellt wurden.

Um Verpackungsmüll zu reduzieren, solltest du wie schon erwähnt, die größtmögliche Verpackung wählen. Wenn du dein Hundefutter im Internet bestellst, kommt natürlich noch der Verpackungsmüll für den Transport hinzu. Grundsätzlich wäre es also besser, vor Ort einzukaufen. Allerdings kann man das auch nicht generell sagen. Denn dann spielen ja auch weitere Faktoren eine Rolle, z. B. wie weit und wie oft du fahren musst, um das Hundefutter einzukaufen.

Ist Insektenfutter nachhaltiger?

Insektenfutter ist gerade voll im Trend und wird von vielen als DAS Futter der Zukunft gepriesen. Während es in anderen Ländern normal ist, Insekten zu essen, sind wir Deutschen da eher skeptisch. Doch auch bei uns ist das Essen von Insekten (Entomophagie) auf dem Vormarsch. Seit Anfang 2018 sind Insekten in der europäischen Union als Lebensmittel zugelassen. Insekten wie Mehlwürmer oder Fliegen enthalten hochwertige tierische Proteine, da alle für den Hund essentiellen Aminosäuren vorhanden sind.

Was sie auszeichnet, ist ihre nachhaltige Produktion im Vergleich zu Fleisch. Insekten benötigen wenig Platz, wenig Wasser und erzeugen viel weniger Treibhausgase als unsere Fleischlieferanten. Sie geben bis zu hundertmal weniger Treibhausgase ab als Schweine und Rinder. Hinzu kommt, dass ihr essbarer Anteil im Gegensatz zu Rindern, Schweinen und Hühnern bei 80 – 100 % liegt.

Die Grafik ist mit freundlicher Genehmigung der Heinrich Böll Stiftung dem Fleischatlas 2018 entnommen.

Insekten, die als Nahrungsmittel genutzt werden, werden auf Insektenfarmen speziell dafür gezüchtet. Auch hier kommt es da natürlich auf die einzelnen Produzenten an. Allerdings geht mit den Insekten vieles einfacher, z. B. weil Insekten es im Gegensatz zu Rindern oder Schweinen sehr gerne haben, wenn sie sehr eng mit ihren Artgenossen zusammenleben.

Insekten sind auch für die Fütterung von Hunden auf jeden Fall eine gute Alternative zu Fleisch und sind durchaus ein nachhaltiges Fertigfutter. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe Fertigfutter-Produkte, die Insekten enthalten.

Ist Biofutter nachhaltiges Fertigfutter?

Bio ist mittlerweile kein Randprodukt mehr und es steht völlig außer Frage, dass biologisch erzeugte Nahrungsmittel gut sind für die Umwelt. Allerdings ist Bio nicht gleich Bio. Der Begriff Bio ist gesetzlich definiert: Lebensmittel, die so gekennzeichnet sind, müssen aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Die Produktion muss bestimmte Standards erfüllen, welche durch das EU-Recht definiert werden. Damit ein Hundefutter mit dem Bio-Siegel versehen werden darf, müssen 95 % der Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft stammen.

Für die Tiere, deren Fleisch verwendet wird, bedeutet das, sie haben mehr Platz im Stall und kommen an die frische Luft. Allerdings sind die Unterschiede zur konventionellen Haltung nicht so groß, wie man sich erhoffen würde. Als Beispiel: Ein Rind aus konventioneller Haltung mit 600 kg Gewicht hat 3 m² Stallfläche zur Verfügung, eins aus der „normalen“ Biohaltung mindestens 6 m2 .

Es gibt noch weitere Bio-Siegel

Zusätzlich zu dem gesetzlich definierten Biostandard gibt es noch diverse Bio-Siegel, bei denen Vorgaben darüber hinaus eingehalten werden müssen. So ist bei Demeter oder auch Naturland Weidehaltung den ganzen Sommer vorgeschrieben, während den normalen Bio-Rinder „zu verschiedenen Zeiten des Jahres ein Maximum an Weidegang“ zugestanden wird. Während es nach dem EU-Standard keine Regelung bezüglich Transportzeiten gibt, schreiben Demeter, Bioland und Naturland eine maximale Transportzeit von 4 Stunden vor. Es lohnt sich also durchaus, auch beim Hundefutter auf die Zusatzsiegel zu achten.

Was bei anderen Futtersorten gilt, gilt jedoch auch bei Biofutter: auch wenn Biofutter durchaus nachhaltiger ist und umweltschonender, ist es nicht automatisch gesünder. Das kommt auch hier ganz darauf an, wie gut der Hersteller den Nährstoffbedarf des Hundes berücksichtigt hat. Gerade bei solchen Futtersorten soll es oft besonders natürlich sein und es werden keine synthetischen Nährstoffe zugefügt. Damit sind diese Futtersorten aber oft kein Alleinfutter mehr (nach gesetzlicher Definition) und eignen sich mitunter nicht zur täglichen Versorgung des Hundes. Auf Bio-tierkost.de kannst du dir einen guten Überblick über den Markt an Bio-Fertigfutter verschaffen. Gerade in diesem Bereich ist es empfehlenswert, sich nicht auf eine einzige Futtersorte einzuschießen, sondern auf Abwechslung zu setzen.

Vegetarisches oder veganes Futter?

Die Versorgung des Hundes weitgehend über pflanzliche Nahrungsmittel zu gestalten, stößt bei vielen noch auf Skepsis. Das ist natürlich kein Wunder, denn schließlich wurde die Abstammung des Hundes vom Wolf und seine Einstufung als Fleischfresser in den letzten Jahren regelrecht gefeiert. Der heutige Wolf und der Haushund haben aber nicht mehr viel miteinander zu tun. Sie teilen lediglich einen gemeinsamen Vorfahren und ihre Verwandtschaft lässt sich mit der von uns Menschen mit Affen vergleichen.

Hunde gehören zur Ordnung der Raubtiere. Die korrekte lateinische Bezeichnung dafür lautet Carnivora, was tatsächlich übersetzt „Fleisch“ und „verschlingen“ bedeutet. Doch mit dieser Zuordnung ist nicht die Ernährungsweise gemeint. Zu den Raubtieren zählen auch Allesfresser wie Bären oder Füchse und sogar Pflanzenfresser wie der große Panda. Aus biologischer Sicht kann man den Hund ziemlich klar als Allesfresser einordnen. Manche bezeichnen ihn als Allesfresser mit einer Spezialisierung auf Fleisch. Im Hinblick auf verschiedene Faktoren, vor allem auf sein Gebiss, kann man das wohl so stehen lassen.

Es geht nicht ums Fleisch, sondern um die Nährstoffe

Tatsächlich benötigt der Hund nicht das Fleisch, sondern die Nährstoffe daraus, allen voran Proteine. Tierische Nahrungsmittel sind der beste Lieferant für Proteine, weil alle essentiellen Aminosäuren im Fleisch in optimaler Zusammensetzung enthalten sind. Das bedeutet, die biologische Wertigkeit ist optimal. Das heißt jedoch nicht, dass pflanzliche Proteine wertlos wären. Mit einer vegetarischen Fütterung, bei der auf tierische Produkte verzichtet wird, für die ein Tier sterben musste, kann man den Hund gut versorgen. Denn Milchprodukte und Eier liefern natürlich ebenfalls hochwertige Eiweiße. Mit pflanzlichen Nahrungsmitteln, wie z. B. Hülsenfrüchten, kann man die Versorgung mit hochwertigen Proteinen dann noch ergänzen.

Eine rein pflanzliche Ernährung ist jedoch schon für den Menschen kritisch und kann nicht alle notwendigen Nährstoffe über Lebensmittel abdecken. Für den Hund ist eine vegane Ernährung ebenso kritisch zu sehen. Im Fall einer rein pflanzlichen Fütterung kommt man an dem Einsatz (synthetischer) Nährstoffergänzungen nicht vorbei. Trotzdem ist es – sofern man entsprechende Ergänzungen nutzt – durchaus möglich, einen Hund vegan zu ernähren.

Eine vegetarische oder vegane Ernährung hat durchaus Potential, als nachhaltiges Fertigfutter durchzugehen. Dabei kommt es aber natürlich auch sehr auf die Inhalte an. Der größte Teil der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft geht auf die Freisetzung von Methan zurück, vor allem durch Verdauungsprozesse in der Nutztierhaltung.

Mit dem Verzicht oder der Reduzierung von Fleisch und anderen tierischen Produkten kann man den ökologischen Pfotenabdruck des Hundes definitiv senken. Man muss das ja auch nicht dauerhaft machen, aber der ein oder andere Veggietag kann die Nachhaltigkeit der Ernährung deines Hundes durchaus erhöhen.

Fazit

Es ist gar keine Frage, dass an erster Stelle bei der Auswahl der Fütterung immer stehen sollte, dass der Hund gut mit allen Nährstoffen versorgt ist, sein Futter mag und auch gut verträgt. Indem du auf das ein oder andere achtest, je nach den individuellen Maßstäben, kannst du auch mit Fertigfutter Nachhaltigkeit fördern. Zusätzlich kannst du das Fertigfutter für deinen Hund mit frischen Nahrungsmitteln aufpeppen und so noch nachhaltiger und gesünder machen.

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Über Anke Jobi 91 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

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