Eine neue Epoche des Fleischs – auch für den Hund!

Über die letzten Jahrzehnte ist Fleisch, das einmal ein Luxusgut war, zu einem Billigprodukt geworden. Diese Entwicklung hat auch vor dem Hund nicht halt gemacht, unterstützt natürlich durch die „Filet-Mentalität“ der Menschen.

Denn – nur noch rund 50% wurden von Rind, Schwein und Huhn noch genutzt, der Rest landete im Müll, bzw. bei der „findigen“ Tierfutterindustrie. Bis in die 1950er Jahre konnten die Menschen sich einen solchen „Luxus“ nicht leisten. Sie verzehrten noch rund 80% des Tieres, denn Fleisch war bis dahin kein Massenartikel. Klar, dass da für Tierfutter nicht so viel übrig blieb.

Grafik aus dem Fleischatlas 2014, Bartz/Stockmar, CC-BY-SA 3.0

Der Barftrend, der seinen Anfang in den 1990er Jahren hatte, kam der Tierfutterindustrie logischerweise gerade recht. Nun hatte sie gute Argumente, die Abfälle der Fleischindustrie gewinnbringend an den Mann oder die Frau zu bringen.

Für ein Hundefutter mit einem hohen Fleischanteil waren die Leute bald bereit, mit ihren Euronen die Kassen der Futtermittelindustrie zu füllen. Klar, man will ja nur das Beste für sein vierbeiniges Familienmitglied. Und dass der Hund viel Fleisch braucht, wo er doch vom Wolf abstammt, das leuchtete ihnen ein.

Aber nun wird alles wieder anders …

Fleisch ist auf dem besten Weg, wieder ein teures, wertgeschätztes Nahrungsmittel zu werden. Zukunftsforscher prognostizieren, dass es zu drastischen Veränderungen im Fleischwirtschaftssektor kommen wird. Sie sagen einen regelrechten Zusammenbruch der industriellen Viehzucht innerhalb des nächsten Jahrzehnts voraus.

Der Rinderbestand in Amerika soll sich innerhalb der nächsten 10 Jahre halbieren. Und da wir den USA-Trends zu folgen pflegen, kann man wohl davon ausgehen, dass sich hier ähnliches ereignen wird.

Pflanzliche und auf mikrobiologischer Basis erzeugte Lebensmittel sollen in den Vordergrund treten. Fleisch soll hochwertiger, seltener und teurer werden.

Die Metzger kehren zurück!

Kaum noch jemand wollte Metzger werden, in den letzten Jahren, der Beruf drohte fast auszusterben. Viele Metzgereien mussten schließen, weil ihnen der Nachwuchs fehlte. Discounter wurden zum üblichen Ort, wo die Verbraucher ihr billiges Fleisch kauften.

Doch auch bei den Metzgern tut sich etwas, ihr Beruf wird wieder „ehrwürdig“. Die „neuen“ Metzger werden zu Trendsettern, weil sie dem Fleisch seinen Wert zurückgeben. Weil sie der Filetkultur ade sagen und Kutteln, Bäckchen, Nierenzapfen und Co wieder „salonfähig“ machen. Dieser Trend nennt sich „Nose to Tail“ – von der Nase bis zum Schwanz soll möglichst alles verzehrt werden.

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Auch wenn wir das aktuell beim Discounter noch nicht merken, sind wir auf dem besten Weg, den Sonntagsbraten wieder zurückzuholen. Die Menschen wollen wieder mehr Klasse statt Masse, Qualität statt Quantität.

Sonntagsbraten und Barfen?

So wie die Fleischindustrie sich verändert, wird sich auch das Angebot für unsere Hunde verändern. Die billigen Reste werden weniger werden und – die Futtermittelindustrie reagiert auf den Markt.

Wenn immer mehr Menschen bewusster auf ihren Teller schauen, schauen sie auch bewusster in den Napf ihres Hundes. Wer selber für sich Billigfleisch ablehnt, will das auch im Napf des Hundes nicht haben. Die Nachfrage verändert sich. Und wenn die Nachfrage sich verändert, verändert sich der Markt.

Wir erleben aktuell den Beginn einer neuen Epoche des Fleischs. Manche nennen es auch „die Ernährungswende“. Dass diese Wende nötig ist, daran besteht kein Zweifel mehr. Der Klimawandel reibt es uns unter die Nase, was Wissenschaftler schon länger predigen: die Produktion unserer Nahrungsmittel wie sie heute (noch) praktiziert wird, zerstört unseren Planeten und unsere Gesundheit, sorgt für Armut und Hunger und ist zudem ein Verbrechen an unseren Mitgeschöpfen.

Die Zeit ist reif für einen Wandel. Und wer sich genauer beim Discounter umschaut, entdeckt auch schon die „Kinderschuhe“ dieses Wandels. Immer mehr Bioprodukte im Kühlregal oder vegane Ersatzprodukte sprechen eine Sprache. Sie werden nicht mehr nur vom „veganen Jutesack-Ökofritzen“, sondern mittlerweile auch von „Otto-Normal-Verbraucher“ konsumiert, weil es IN ist, sich BEWUSST zu ernähren.

Längst pfeifen die Spatzen es von den Dächern, dass sich dieser Trend auch in der Hundeernährung fortsetzen wird. Weniger Fleisch, mehr Natur, mehr Nachhaltigkeit sind die neuen Schlagworte für Hundefutter, das immer mehr Hundehalter haben wollen.

Die Ernährungswende für den Hund steckt zwar ebenfalls noch in den Kinderschuhen, verhindern kann sie aber niemand mehr.

Quellen u. a.:

„Gewissen liegt auf dem Kassenband“:Metzger fordern Trendwende beim Fleisch-Konsum: https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/trendwende-in-der-fleischindustrie-ihr-gewissen-auf-dem-kassenband-metzger-fordern-trendwende-beim-fleisch-konsum_id_9363721.html
Wird Fleisch zum Auslaufmodell? https://www.fleischwirtschaft.de/produktion/nachrichten/Denkfabrik-RethinkX-Wird-Fleisch-zum-Auslaufmodell-40173
Major disruption in food and agriculture in next decade: https://www.rethinkx.com/press-release/2019/9/16/new-report-major-disruption-in-food-and-agriculture-in-next-decade
Willkommen in der neuen Epoche des Fleischs: https://www.fleischglueck.de/magazin/neue-epoche-fleisch/

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2 Kommentare

  1. Super Artikel! Ich esse selbst nur wenig bis kein Fleisch und habe immer ein schlechtes Gefühl, wenn ich täglich für meinen, zugegeben nicht ganz kleinen Hund, täglich Fleisch kaufe. Allerdings stelle ich fest, dass es ihr am besten geht, wenn ganz viel Gemüse und wenig Reis o. ä. dabei ist. Den Fleischanteil versuche ich auch immer zu strecken. Sie ist Allergikerin und seit ich selbst koche, dank einem Blogartikel von dir, hat sie fast keine Symptome mehr. Danke, danke, danke!

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