Was jetzt? Fleischfresser oder Allesfresser?

In Deutschland leben rund 10 Millionen Hunde, die gefüttert werden müssen. Wie sie gefüttert werden sollten, darüber herrscht Uneinigkeit. Fleischfresser oder Allesfresser?

Während die einen glauben, dass der Hund sich an der Seite des Menschen weiterentwickelt hat, denken andere, er wäre ein Wolf geblieben und wollen ihn auch so füttern.

In diesem Beitrag wollen wir entgültig die Frage klären, ob der Hund nun ein Fleischfresser ist oder ob er zu den Allesfressern gezählt werden kann.

Back to „nature“?

Natur ist gerade Trend und damit scheint es für viele eine gute Idee zu sein, den Hund zu seinen „natürlichen Wurzeln“ zurückzuführen. Der Wolf macht sich gut auf der Futterverpackung, Begriffe wie „Wahre Natur“, „Wildnis“ und ähnliches suggerieren, man würde dem Hund endlich wieder geben, was er WIRKLICH braucht …

Wenn wir den Hunden „Natur“ geben wollen, wieso entlassen wir die Hunde dann nicht einfach in die Wildnis und nehmen ihnen Halsbänder, Leinen, Schlafkörbchen, Hundemantel, etc. weg, damit sie endlich wieder ihrer „Natur“ entsprechend leben können?

Man stelle sich vor, 10 Millionen Hunde in Deutschland, die sich aufmachen würden, die deutschen Wälder zu erobern. Keiner mehr da, der ihnen ihre Futterdose aufmacht. Futterdose?? Nix da, Selbstversorgung angesagt, der Chihuahua müsste ebenso wie die Dogge selber gucken, wie er an Nahrung kommt. Ob der da lange überleben würde?

Abgesehen davon, dass ihm spätestens im Winter sehr kalt werden würde, wovon soll er leben? Bei seiner Anatomie ist es ja schon fraglich, wie er eine ganze Maus fressen soll. Aber natürlich, auch der Chihuahua stammt vom Wolf ab und ist ein Fleischfresser. Nur welches Fleisch?

Hunde sind domestizierte Tiere!

Haushunde wurden von uns Menschen domestiziert, das heißt, ohne die Menschen würde es gar keine Hunde geben. In der Natur – oder besser gesagt in der Wildnis – gibt es keine Haushunde, es gibt also auch keine „natürliche“ Hundehaltung.

Eine Besonderheit bilden die Dingos, die ebenfalls zu den Haushunden gezählt werden. Diese leben relativ unabhängig vom Menschen, was man auf eine lange wilde Existenz dieser Hunde zurückführt  und annimmt, dass es sich um ein isoliertes Beispiel früher Haushunde handelt.

Abgesehen von den Dingos leben Haushunde aber immer in der Nähe der Menschen. Auch dann, wenn sie nicht MIT ihnen Leben, wie die vielen Straßenhunde weltweit.

Carnivora oder Karnivoren?

Hunde gehören zur Ordnung der Raubtiere, deren korrekte lateinische Bezeichnung Carnivora lautet, was tatsächlich übersetzt „Fleisch“ und „verschlingen“ bedeutet. Trotzdem ist mit dieser Zuordnung nicht die Ernährungsweise gemeint, denn zu den Raubtieren zählen auch Allesfresser wie Bären oder Füchse und sogar Pflanzenfresser wie der große Panda.

Viele verwechseln die Bezeichnung Carnivora mit der Bezeichnung Karnivoren. Karnivoren wiederum sind tatsächlich Fleischfresser, dazu zählen dann Tiere ebenso wie Pflanzen und Pilze, die sich hauptsächlich oder ausschließlich von tierischem Gewebe ernähren. Während die Raubtiere eine Ordnung der Säugetiere sind, können Fleischfresser nach der Ernährungsweise unterschieden alle möglichen Tiere sein wie Insekten, Vögel, Fische, Echsen oder auch Schlangen.

Was sind Allesfresser (Omnivoren)?

Allesfresser sind laut Wikipedia sogenannte Nahrungsgeneralisten, weil sie keine besonderen Ansprüche in Sachen Nahrung stellen. Somit können sie äußerst viele verschiedene organische Substanzen wie Fleisch oder Pflanzen verwerten, was ihnen Vorteile gegenüber Arten geben kann, die auf eine bestimmte Nahrung spezialisiert sind. In der Biologie werden verschiedene Aspekte beleuchtet, die bei der Form der Ernährung eine Rolle spielen können.

Das sind:

  • Anatomie
  • Ernährungsphysiologie
  • Ethologie
  • Evolutionsbiologie

Anatomie

Die Länge des Verdauungstraktes

Der Hund habe doch so einen kurzen Verdauungstrakt, hört man häufig. Das wäre doch ein sicheres Merkmal dafür, dass pflanzliche Nahrungsmittel von ihm nicht gut verwertet werden könnten.

Zunächst einmal ist ein maßgeblicher Faktor nicht die Länge des Verdauungstraktes ans sich, sondern das Verhältnis dieser Länge zur Körpergröße. Ansonsten müssten ja alle kleinen Tiere Fleischfresser sein, da sie – genau – klein sind. Da man Äpfel auch nicht mit Birnen vergleichen kann, macht es wenig Sinn, den Verdauungstrakt eines Fleischfressers mit dem eines reinen (!!) Pflanzenfresser zu vergleichen, was jedoch gerne getan wird.

Klar, der Verdauungstrakt einer Kuh ist natürlich echt lang, bzw. das Verhältnis davon zur Körpergröße groß. Wir wollen den Hund ja aber gar nicht zum Pflanzenfresser machen, er hat sich lediglich als Allesfresser etabliert. Und das wiederum kann man auch gut an dem genannten Verhältnis erkennen:

  • Schaf (Pflanzenfresser) 24:1
  • Mensch 6:1
  • Hund 6:1
  • Katze (Fleischfresser) 4:1

Am nächsten ist der Hund eindeutig beim Allesfresser Mensch, nicht beim Fleischfresser Katze.

Das Gebiss

Gerne als Argument dafür, dass der Hund viel Fleisch fressen müsste, wird auch sein Gebiss angeführt. Warum hat der Hund nach wie vor ein Raubtiergebiss, wenn er das doch gar nicht braucht?

Doch, natürlich benötigt der Hund sein Fleischfressergebiss auch weiterhin. Der Hund als Opportunist, der nimmt, was er bekommen kann, nimmt ja auch tierische Bestandteile an. Es macht Sinn, dass er auch weiterhin die Möglichkeit hat, große Fleischbrocken, Knochen, Kleintiere mit seinem Gebiss zu zerkleinern. Mit Messer und Gabel kann er nun mal nicht gut umgehen.

Das schließt aber trotzdem nicht aus, dass auch pflanzliche Nahrungsmittel für den Hund geeignet sind. Dafür hat er im hinteren Teil seines Gebisses z. B. auch sogenannte bunodonte Molaren, die ein gewisses Quetschen und Mahlen von pflanzlichen Nahrungsmitteln erlauben, auch wenn er das natürlich trotzdem nicht so gut kann, wie z. B. eine Kuh.

Muss er aber auch nicht, er hat sich ja darauf spezialisiert, unsere Reste zu vertilgen, was bedeutet, es handelt sich in den meisten Fällen um verarbeitete (gekochte) Nahrungsmittel. Im Ggensatz zum Wolf kann der Hund davon profitieren, dass wir Menschen gelernt haben, durch entsprechende Verarbeitung z. B. Getreidekörner als adäquates Nahrungsmittel zu nutzen.

Ernährungsphysiologie

Die Verwertung von Stärke

2013 sorgte eine Studie des Forschers Erik Axelsson für Aufsehen. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Hunde im Laufe ihrer Domestikation durch die Anpassung an eine stärkehaltige Ernährung einen evolutionären Vorteil hatten. 2014 gab es eine weitere Studie in diese Richtung, aus der man schlussfolgerte, dass die durchschnittliche Fähigkeit zur Verdauung von Stärke bei Hunderassen variiert. Eine weitere Studie 2016 zeigte, dass die Anzahl der Genkopien für Amylase, dem stärkespaltende Enzym, auch beim Hund mit der prähistorischen Landwirtschaft korrelierte.

Dort, wo Ackerbau und Viehwirtschaft eine Rolle spielten, haben bei Hunden wie auch bei Menschen entsprechende Anpassungen an die Ernährung mit stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Getreide stattgefunden. Isso. Die Behauptung, Hunde bräuchten keine Kohlenhydrate, da sie sie gar nicht verwerten können, darf man damit getrost vergessen.

Amylase im Speichel

Man hört auch, Hunde hätten im Gegensatz zu uns Menschen in ihrem Speichel keine Amylase, ein Enzym, das Stärke spaltet. Das wäre ein weiteres sicheres Indiz dafür, dass Getreide etc. für den Hund nicht wirklich gut ist, im Gegensatz zu Fleisch.

Tatsächlich geht aus neueren Studien hervor, dass Hunde durchaus Amylase im Speichel haben, diese jedoch nicht so aktiv arbeitet wie z. B. im menschlichen Speichel (aber immer noch mehr als beim Wolf). Zudem vermuten die Wissenschaftler, dass die Hauptaufgabe der Amylase im Speichel gar nicht die erste Aufspaltung von Kohlenhydraten im Sinne von Verdauung ist, sondern der Zweck darin besteht, ein energiereiches Nahrungsmittel am Geschmack zu erkennen. Wir alle kennen das, wenn man z. B. Brot länger kaut, schmeckt es süß. Dies könnte für uns Menschen einen evolutionären Vorteil bedeutet haben.

Bei uns Menschen beginnt die Verdauung von Kohlenhydraten mithilfe genannter Amylase schon im Mund. Genau genommen, wenn wir kauen, lange kauen, fängt die Amylase an zu arbeiten.

Und? Kaut der Hund lange auf den pflanzlichen Nahrungsmitteln herum?

Nein, er ist ein Schlingfresser. Für ihn ist es nach wie vor wichtig, sich in kurzer Zeit viel Futter einzuverleiben, denn wer weiß schon als Straßenhund, wann die nächste Mahlzeit um die Ecke kommt, bzw. im Müll gefunden wird.

Wie bei den meisten Säugetieren verbleibt die Nahrung auch beim Hund nicht lange genug im Maul, dass die Amylase anfangen könnte, die Kohlenhydrate aufzuspalten. Die Amylase glänzt also allenfalls – mehr oder weniger – mit Anwesenheit.

Die Eigenproduktion von Vitamin C

Der Hund ist (typisch für Fleischfresser, jedoch auch für Pflanzenfresser wie Pferde und die meisten Ratten, die ja bekanntlich Allesfresser sind) in der Lage, in seiner Leber selber Vitamin C herzustellen. Auch wir Menschen waren dazu vor langer Zeit in der Lage. Als der Organismus aber „verstanden“ hat, dass über die pflanzlichen Nahrungsmittel ausreichend Vitamin C geliefert wird, hat er diese „Arbeit“ eingestellt.

Ob der Hund diese Fähigkeit in gleichem Maß weiterhin beherrscht, wie z. B. der Wolf, kann man durchaus dahingestellt lassen. Zwar ist  beim Hund kein „klassischer“ Vitamin-C-Mangel bekannt, jedoch hat man durchaus festgestellt, dass bei einzelnen Tieren die Eigensynthese möglicherweise nicht ausreicht oder der Bedarf durch diverse Faktoren so stark erhöht sein kann, dass die Eigensynthese ebenfalls nicht ausreicht.

So oder so macht es durchaus Sinn, dass Hunde das benötigte Vitamin C weiterhin selber herstellen können. Vitamin C ist flüchtig und wird auch durch Erhitzung zerstört. Schaut man z. B. die Straßenhunde an, die sich nicht gerade von frischen Nahrungsmitteln ernähren, welche dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr viel Vitamin C enthalten, ist es durchaus sinnvoll, dass sie davon nicht abhängig sind und ihr eigenes Vitamin C herstellen können.

Ethologie

Mit Ethologie sind angeborene oder erlernte Verhaltensweisen der Tiere beim Nahrungserwerb und bei der Brutpflege gemeint. Da unsere Hunde von uns versorgt werden und ihre Nahrung nicht „erwerben“ müssen, kann man daraus wenig Schlüsse ziehen. Lediglich Straßenhunde sind abhängig von ihren angeborenen oder erlernten Verhaltensweisen zum Nahrungserwerb. Und wie erwerben sie ihre Nahrung? Zu einem Großteil auf jeden Fall, indem sie in menschlicher Nähe bleiben und entweder menschliche Reste vertilgen oder Orte aufsuchen, an denen sie von den Menschen zur Verfügung gestelltes Futter vorfinden.

Jagen, also Beutetierfang, stellt nur einen geringen Anteil dar, wie auch Günther Bloch in seinen Feldstudien in der Toskana dokumentiert hat. Die Überpopulationen der Straßenhunde zeigen, dass genug Ressourcen für all diese Hunde vorhanden sind, die sie nutzen können. Wir können wohl davon ausgehen, dass diese „Ressourcen“ nicht vorrangig aus Fleisch bestehen, sondern eine kunterbunte Mischung aus den Ernährungsgewohnheiten des jeweiligen Landes darstellen.

Evolutionsbiologie

Die Evolutionsbiologie meint die Entwicklung und Anpassung der Ernährungssysteme in der Evolution. Hierauf haben wir weiter oben schon einen Blick geworfen und es ist klar, dass unsere Hunde sich in den meisten Gebieten der Welt an eine stärkehaltige Ernährung angepasst haben. Hätten sie das nicht getan, würden sie uns heute mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr begleiten. Dann wäre es vielleicht ein anderes Tier gewesen, das des Menschen bester Freund geworden wäre …

In seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ beschreibt der Professor für Geschichte Yuval Noah Harari, wie die landwirtschaftliche Revolution vor rund 10.000 Jahren zwar nicht unbedingt zu einer gesünderen Ernährung der Menschen führte, allerdings zu einer Explosion der Bevölkerung, da die Gesamtmenge der zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel zunahm.

Das Fortpflanzungsverhalten passt sich nämlich den zur Verfügung stehenden Ressourcen an und nicht der gesündesten Nahrungsform.

Laut WWF gibt es weltweit weniger als 200.000 Wölfe, dagegen stehen laut einer Schätzung der World Society for the Protection of Animals mehr als 300 Millionen Straßenhunde. Die „Währung“ der Evolution ist DNA, es geht um Erhaltung und Verbreitung der Art.

Straßenhunde leben von den Resten, also dem „Müll“ der Menschen und haben damit ihre ökologische, sehr gut funktionierende Nische gefunden. Würden die Straßenhunde darauf bestehen, ein Fleischfresser zu sein, dürfte sich ihre Ernährung als recht schwierig erweisen. Vor allem diese freilebenden Hunde hätten dann wenig Aussicht auf erfolgreiche Fortpflanzung.

Wen man bedenkt, dass wir weltweit ein Problem mit Überpopulation der Straßenhunde haben, wäre die Idee, aus diesen Hunden wieder Fleischfresser zu machen, dann wiederum vielleicht doch nicht so schlecht…

Fleisch gibt es eigentlich (!) nicht in Massen!

Im Laufe der Geschichte ist diese Entwicklung, also dass der Verdauungstrakt vieler Hunde „gelernt“ hat, Stärke zu verdauen, ein evolutionärer Vorteil gewesen. Kaum jemand kann sich heute in unserem Überfluss vorstellen, dass Fleisch einmal ein Luxusnahrungsmittel war. Es war nicht etwas, dass einem in Massen zu Verfügung stand und entsprechend wertvoll für die Menschen.

Auch wenn mancher Hund seinen Speiseplan durch selbsterjagtes Kleingetier aufwerten konnte, muss man davon ausgehen, dass in unseren Breitengraden die wenigsten Hunde viel Fleisch bekamen. Hätte der Hund sich nicht entsprechend angepasst, gäbe es ihn heute vielleicht gar nicht mehr. Sicher gäbe es nicht so viele Straßenhunde weltweit…

Stellen wir uns doch einfach einmal vor, wir wollten alleine in Deutschland 10 Millionen Hunde barfen. Das ist eine stattliche Menge Fleisch, die wir dafür benötigen würden. Nicht, dass im Fertigfutter mittlerweile nicht auch viel zu viel Fleisch verarbeitet wird. Das Barfen erwähne ich jetzt deshalb, weil es am stärksten mit dem Ursprung des Hundes als Wolf in Verbindung gebracht wird.

Alle Hunde barfen, das würde natürlich nur mit der Massentierhaltung funktionieren und damit wären die Hundehalter dann von dieser abhängig, um ihren Hund „naturnah“ zu versorgen.

Massentierhaltung und naturnah, das ist ja nun schon mal ein sehr großer Widerspruch in sich. Aber nicht nur das, es wäre wohl auch nicht mehr damit getan, dass man sich mit den Resten begnügt. Nein, damit käme man nicht mehr hin, es müssten extra für die Hunde Tiere geschlachtet werden. Hinzu kommt, dass wir (eigentlich) zum Glück in einer Trendwende stecken, die Deutschen wollen wieder weniger Fleisch essen, woraus man sich natürlich erhofft, dass die Fleischproduktion zurückgehen wird.

Wollen wir die wieder hochfahren, damit der Hund wie ein Wolf fressen kann?

Brauchen Hunde Fleisch?

Der Hund benötigt kein Fleisch, er benötigt Proteine. Sein Organismus benötigt die im Fleisch enthaltenen Proteine, damit er seinen vielen wichtigen Aufgaben nachkommen kann. Proteine liefern z. B. wichtige Baustoffe, was sie im Wachstum natürlich besonders wichtig macht.

Zwar enthalten auch pflanzliche Nahrungsmittel Proteine, diese sind jedoch anders zusammengebaut, als die tierischen. Die tierischen ähneln den körpereigenen Proteinen von Tieren nun mal am ehesten. Deshalb sind für Menschen (sind ja auch Tiere!) sowie z. B. auch Hunde tierische Proteine wertvoller als pflanzliche, man sagt, sie haben eine höhere biologische Wertigkeit. So einfach ist das. Das heißt jedoch nicht, dass die pflanzlichen Proteine wertlos wären. Es ist nur nicht so leicht, wie mit tierischen Proteinen, den Bedarf an essentiellen Aminosäuren, aus denen Proteine bestehen, zu decken.

Lassen wir dem Hund sein „Menschsein“ …

Hunde leben nun mal mit uns Menschen. Ohne die Menschen würde es keine Hunde geben. Wieso sollte alles andere sich vom Wolf zum Hund verändert haben, nur seine Ernährung nicht? Wölfe haben sich nicht an den Menschen angepasst, Hunde schon. Deshalb gibt es weltweit weniger als 200.000 Wölfe aber geschätzt 500 Millionen Hunde.

Es mag sinnvoll sein, den Hund wieder zum Wolf zu machen, wenn wir seine Population eindämmen wollen, das könnte dann durchaus klappen …

Wollen wir das???… Und wenn nicht?

Der Hund gehört zum Menschen wie kein anderes Tier und sein Erfolg liegt in seiner enormen Anpassungsfähigkeit begründet. Wieso in aller Welt sollten wir ihm diese ausgerechnet beim Futter, einem elementaren Faktor für die Arterhaltung, streitig machen?

Statt verallgemeinernd nach „Non-Plus-Ultra“ Wegen zu suchen, wäre es viel sinnvoller, den Hund individuell auch im Hinblick auf seine Geschichte und Herkunft zu betrachten und dann zu entscheiden, was im Futternapf des Hunde wirklich Sinn machen könnte.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Prof. Kurt Kotrschal, dem Mitbegründer des Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn, 2010 zum Wissenschaftler des Jahres ernannt und Autor von mehreren Bücher über die Thematik Wolf/Hund/Mensch, eins davon wurde 2013 sogar als Wissenschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet:

„Es ist zwar gut gemeint, den Hund zu ernähren, wie einen Wolf, weil er ja schließlich von diesem abstammt; aber eigentlich ist dies angesichts der genetischen Veränderungen von Menschen und Hunden in den letzten 15000 Jahren eine Themenverfehlung.“

Quellen:

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Über Anke Jobi 91 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

6 Kommentare

  1. Wunderbar reflektierter Artikel, der manchen Barfer mal zum Nachdenken bringen sollte. Meine Hunde ( 15 u. 14 Jahre ) bekommen Kohlenhydrate , Gemüse , laktosearme Milchprodukte , Eier und wenig rohes oder gekochtes Biofleisch.Viele Hundebesitzer wissen anscheinend nicht, dass viel Fleisch auch viel „Arbeit “( Ammoniak ) für die Leber bedeutet und dieses Organ sollte nicht überstrapaziert werden für ein langes Hundeleben.
    Ich wünsche dir frohe Festtage und ein gutes und gesundes Jahr 2021.
    Hilda L.

    • Hallo liebe Hilda,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob! 😀 Auch dir wünsche ich einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr, das hoffenltich deutlich besser wird als das alte.

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Liebe Anke,
    vielen herzlichen Dank für diesen super Artikel. Sauber recherchiert, läßt er eine freie Meinungsbildung aufgrund von genug Informationen zu. Und genau das sollte passieren: nicht „Oberlehrerhaft“ den Finger erheben, sondern sachlich korrekt, aber durchaus detailliert jedem die Chance geben, seinen/ihren richtigen Weg zu finden. Die Schöpfung ist einmalig, und wir müssen Sie bewahren. Und das geht nicht mit Dogmen, sondern mit emotionaler Rationalität! Wir lieben unsere Tiere, aber schützen auch bewußt die Umwelt.

  3. Ihr Artikel hat mir vielleicht die Augen geöffnet, warum mein lieber Bubi momentan wieder krank ist.
    Er kommt aus Rumänien und hat sooo oft Bauchweh (oder Sodbrennen?), genau wie die kleine „Maus“, die ich zuvor hatte.

    In Rumänien teilt man sein Fleisch nicht mit dem Hund, wurde mir vor einiger Zeit von einem Rumänen gesagt. Hätte ich ihm nur mehr geglaubt. Und nicht der hiesigen Futterindustrie.

    Vielleicht ist eine Übersäuerung durch die hier übliche Fütterung mit viel Fleisch der Grund allen Übels und das Weh!? Jedenfalls werde ich ihn ab heute mehr wie einen Strassenhund füttern, mit mehr Kohlenhydraten. Vielleicht hat sein Verdauungssystem nie Fleisch verdauen brauchen und seine Säfte können es deshalb gar nicht!?

    Zufällig frass er heute Abend von meinem Abendessen, Coucous mit gedünstetem Salat. Hätte er früher verachtet.
    Aber siehe da: seit 3 Stunden kein Bauchgrummeln, kein Schmatzen, kein Hecheln, keine entsetzten Augen.

    Und dann, wie zur Bestätigung, Ihr Artikel!
    Und der andere über „Lebe den heutigen Tag wie Dein Hund“

    Anscheinend ist gerade ein guter Stern über uns zwei aufgegangen!

    Vielen Dank und
    LG
    Oma Heidi

    • Hallo liebe Heidi,

      die Aussage des Rumänen kann ich nur bestätigen, denn wie es der Zufall bin, habe auch ich eine Verbindung zu Rumänien (mein Mann ist dort geboren). Ich kennen viele „Geschichten“ über Hundeernährung in Rumänien. So ist Brot dort ein „typisches“ Hundefutter. Es wird z. B. in Soße vom eigenen Essen getunkt, oder in Suppe, um es dem Hund schmackhafter und nahrhafter zu machen. Aber natürlich gibt man dem Hund nicht die Reste, die besonders wertvoll für einen selber sind, sondern die, die man am ehesten abgeben kann. In Rumänien leben noch immer viele Selbstversorger, die mit ihren Nahrungsmitteln haushalten müssen, damit es reicht.

      Aber auch in anderen Ländern ist das so eher normal. Meine Hündin Lucy stammt aus Ungarn und ich habe sie die ersten Jahre gebarft. Damit habe ich sie regelrecht krankgefüttert. Heute geht es ihr gut, sie bekommt wenig Fleisch, dafür recht hohe Anteile Kohlenhydrate und natürlich auch Gemüse. Getrocknetes Brot ist hier ein beliebtes Leckerchen. Ich habe in der Küche immmer eine kleine Schüssel stehen, wo ich aus den Brotkanten geschnittene kleine Würfel sammle.

      Hast du schon meine beiden Artikel zur Versorgung von Tierschutzhunden gelesen? Sie können dir sicher helfen, die Versorgung deines kleinen Rumänen besser zu gestalten: https://clean-feeding.de/die-herzlich-willkommen-diaet-fuer-den-auslandstierschutzhund/ und https://clean-feeding.de/tierschutzhunde-versorgen/

      Alles Gute für deinen Hund!

      Liebe Grüße
      Anke

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