Lebenserwartung – Who want´s to live forever?

Kann man die Lebenserwartung von Hunden erhöhen?

2016 dokumentierte der britische Kennel Club (größter Rassehundeverband der Welt) in einem Bericht, dass die Lebenserwartung von Rassehunden rückläufig sei. Dem Bericht zufolge soll die durchschnittliche Lebenserwartung von 2004 bis 2014  um 11% abgenommen haben.

In Zahlen heißt das, statt einer Lebenserwartung von 11 Jahren und 3 Monaten hat ein Rassehund heute nur noch 10 Jahre zu leben. In den USA hat sich nun sogar ein Forscherteam dieser Entwicklung angenommen, sie wollen untersuchen, wie man die Lebenserwartung von Hunden (wieder) erhöhen kann.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, warum die Lebenserwartung von Hunden möglicherweise rückläufig ist. Du erfährst, was du tun kannst, damit dein Hund möglichst lang und gesund lebt.

Warum sterben Hunde früher?

Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Bemerkenswert dabei ist auf jeden Fall, dass die Lebenserwartung der Menschen ebenfalls erstmals rückläufig zu sein scheint. Zumindest soll das Länder mit hohem Einkommen betreffen. Das heißt, dort wo man es eigentlich am besten machen könnte, läuft es irgendwie nicht (mehr) gut.

Wenn man wissen möchte, weshalb die Lebenserwartung rückläufig sein könnte, muss man sich natürlich die hauptsächlichen Todesursachen anschauen. Hier sind die sogenannten Zivilisationserkrankungen an vorderster Front, die sowohl Menschen als auch Hunde betreffen. Diese treten vermehrt in Industriestaaten auf und werden vor allem durch ungesunde Lebensweise verursacht.

Zivilisationserkrankungen und ihre Risikofaktoren

Unter Zivilisationserkrankungen fallen z. B. Herz- und Kreislauferkrankungen, Fettleibigkeit, Diabetes oder auch Krebserkrankungen. Dachte man vor Jahren noch, dass vor allem die Gene schuld wären an solchen Erkrankungen, konnte man diese Sichtweise durch das Humangenomprojekt (HGP), das von 1990 bis 2004 lief, relativieren. Das Projekt zeigte nämlich, dass Genvarianten, die unausweichlich zu einer Erkrankung führen, selten sind.

Anerkannte Risikofaktoren für solche Zivilisationserkrankungen und damit auch für eine mögliche rückläufige Lebenserwartung, sind z. B.:

  • schlechte Ernährung, u. a. daraus bedingtes Übergewicht
  • Umwelteinflüsse die sich auf die Nahrungsmittel oder auch die Luft und damit den Organismus auswirken
  • wenig Bewegung
  • Stress

Bei unseren Hunden macht sich sicherlich auch die Zucht bemerkbar, denn lange Zeit hat man sich dabei weniger auf die Faktoren konzentriert, die der Gesundheit zuträglich waren und viel mehr auf Optik oder auch gewünschte Verhaltensweisen geachtet.

Heute üblicher Medikamentenmissbrauch

Es gibt auch Faktoren, die zwar ganz offensichtlich einen schlechten Einfluss ausüben, die man jedoch (noch) nicht wirklich als solche Risikofaktoren erkannt oder zumindest akzeptiert hat: Der Umgang mit Medikamenten kann heutzutage geradezu als missbräuchlich eingestuft werden.

Wir Menschen können spätestens, wenn wir erwachsen sind, selber entscheiden, wie achtsam wir mit Medikamenten, die stets viele negative Nebenwirkungen mit sich bringen, umgehen wollen. Unsere Hunde sind da völlig auf ihre Menschen angewiesen.

Geld regiert leider die Welt …

In den letzten Jahrzehnten ist der Blick auf „Gesundheit“ immer wissenschaftlicher und damit leider immer weniger ganzheitlich geworden, die evidenzbasierte Medizin verlangt für alles einen „Beweis“. Zusätzlich haben wir es mehr und mehr mit einer Beeinflussung durch mächtige Konzerne, sowohl im Bereich der Nahrungsmittelindustrie als auch der Pharmaindustrie, zu tun.

Der einstmals sicher gut gemeinte Ansatz, alle gesundheitlichen Gefahren möglichst zu reduzieren, ist mehr und mehr durch wirtschaftliche Interessen geprägt. Wie sonst lässt sich erklären, dass gravierende gesundheitliche Risiken von Übermedikationen durch Antibiotika, Wurmkuren, Antiparasitika, Impfungen usw. so häufig verschwiegen werden?

Wie können wir die Lebenserwartung unserer Hunde erhöhen?

Damit wir diesem Trend entgegenwirken können, müssen wir wieder mehr auf eine ganzheitliche Sichtweise zurückgreifen. Dabei sollten wir aber trotzdem anerkennen, dass das Leben endlich ist und dass es nicht auf die Quanatität, sondern auf die Qualität ankommt.

4 praktische Tipps für ein längeres und gesundes Leben:

Auswahl des Züchters

Immer mehr Züchter wollen dazu beitragen, dass die von ihnen gezüchtete Rasse wieder gesünder wird. Schon bevor der Hund da ist, kann man seine spätere Gesundheit damit unterstützen, dass man einen ganzheitlich arbeitenden Züchter auswählt. Es ist sicherlich auch sinnvoll, eine Rasse auszuwählen, die nicht aktuell „modern“, sondern weitgehend gesund geblieben ist.

Sensibler Umgang mit Medikamenten

Bei dem Versuch, den Hund vor allen möglichen gesundheitlichen Gefahren zu schützen, wird häufig vergessen oder übersehen, dass Medikamente immer auch ein Potential haben, Schaden anzurichten. Alle Medikamente nehmen z. B. Einfluss auf die Darmbakterien, die von höchster Wichtigkeit für die Gesundheit sind. Während einmalige oder seltene Gaben von Medikamenten von einer gesunden Darmflora vielleicht noch kompensiert werden können, richtet eine medikamentöse Dauerbefeuerung, wie sie heute oft üblich ist, langfristig großen Schaden an. Deshalb sollte man immer genau prüfen, ob es WIRKLICH nötig ist, schon wieder eine Wurmkur, ein Antibiotikum, etc. zu geben. Oder ob man Parasiten wie z. B. Zecken nicht auch mit gesünderen Methoden als die aktuell üblichen Mittel fernehalten kann.

Gesunde Ernährung – das „A und O“!

Nichts geht über frische Nahrungsmittel, die eine natürliche Komposition an Nährstoffen inklusive wichtiger Begleitstoffe beinhalten. Auch wenn man nicht auf Fertigfutter verzichten möchte, kann man mit Beigaben wie z. B. den folgenden einen wichtigen Beitrag leisten:

  • Ab und zu ein Mix aus frischem saisonalen Gemüse liefert u. a. viele gute sekundäre Pflanzenstoffe
  • 1 – 2 EL Weizen- oder Haferkleie bringen wichtige Ballaststoffe in den Napf
  • Fermentierte Nahrungsmittel wie Kefir oder auch selber fermentiertes Gemüse versorgen den hündischen Darm mit guten Bakterien und anderen Nährstoffen
  • Öle wie Lachsöl oder auch Leinöl versorgen den Hund mit essentiellen Fettsäuren, vor allem den wichtigen Omega-3-Fettsäuren

Selbstverständlich sollte man immer dafür sorgen, dass der Hund alle benötigten Nährstoffe erhält. Das heißt jedoch nicht, dass man sämtliche enthaltenen Nährstoffe akribisch nachzählen muss.

Was man UNBEDINGT vermeiden sollte, ist Übergewicht. Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für diverse Erkrankungen.

Be- und Entlastung ausgewogen gestalten

Während man es heute bei den Menschen oft mit zu wenig Bewegung und Aktion zu tun hat, ist bei den Hunden ein gegenteiliger Trend zu beobachten. Hunde werden oft eher über- als unterfordert. Daraus kann negativer Stress resultieren, der ebenfalls ein hohes gesundheitliches Risiko birgt.

Hunde haben ein viel größeres Ruhebedürfnis als wir Menschen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Hund den allergrößten Teil des Tages ruhend verbringt und nur einen kleinen in Aktion.

Ein gutes Beispiel hierfür kann man auch in den Straßenhunden sehen, die es in vielen Ländern in großer Zahl gibt. Selten sieht man sie sich sprintend durch die Gegend bewegen, oft liegen sie dagegen irgendwo faul rum und beobachten einfach nur ihre Umgebung.

Quellen:

Möchtest du lernen, wie Hundeernährung geht?

Hinweis zum Teilen der Beiträge

Das Teilen meiner Artikel auf sozialen Medien wie z. B. Facebook sowie auch das Verlinken zu meinen Artikeln ist jederzeit erlaubt, ohne dass dafür meine Genehmigung eingeholt werden muss. Vervielfältigungen oder Nachveröffentlichungen z.B. auf anderen Internetseiten oder auch in gedruckter Form dürfen nur mit meiner schriftlichen Genehmigung erfolgen.

Hinweis zu den Texten

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen?

Die Kommentare auf dieser Seite werden moderiert und müssen von mir zur Veröffentlichung freigeschaltet werden. Die Freischaltung erfolgt i. d. R innerhalb von 24 Stunden. Bitte sei freundlich, auch wenn du Kritik äußern möchtest. Ich freue mich auf deine Meinung!
Über Anke Jobi 79 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*