Clean Feeding bedeutet übersetzt so viel wie „saubere Fütterung“ und ist vom Clean Eating in der menschlichen Ernährung abgeleitet.
Gemeint ist damit keine starre Fütterungsmethode und kein neues Ernährungssystem für Hunde, sondern eine Art Grundgedanke oder Leitfaden für eine natürliche, gesunde und nachhaltige Hundeernährung.

Beim Clean Feeding geht es darum, Hunde möglichst mit wenig verarbeiteten, naturbelassenen Lebensmitteln zu füttern, auf die Herkunft und Qualität der Zutaten zu achten, Ressourcen zu schonen und Fütterung wieder bewusster zu gestalten.
Im Mittelpunkt stehen dabei frische Zutaten, selbst zusammengestellte Mahlzeiten, regionale und saisonale Lebensmittel sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit tierischen Produkten.
Clean Feeding ist damit weniger ein konkreter Futterplan, sondern vielmehr eine Einstellung zur Hundeernährung.
Es geht nicht darum, ein bestimmtes Konzept wie Barf, selbst gekochtes Futter oder Fertigfutter strikt zu verfolgen, sondern darum, möglichst natürliche, hochwertige und nachhaltige Lebensmittel zu verwenden.
Ein wichtiger Grundsatz ist dabei aber auch, das ganze möglichst einfach und unkompliziert zu gestalten. Denn: Ausgewogene, gesunde Ernährung ist nichts kompliziertes!
Warum man auch für die Ernährung von Hunden keinen komplizierten Futterrechner benötigt, erkläre ich dir HIER.
Die Grundsätze beim Clean Feeding
1. Verwende möglichst naturbelassene Lebensmittel
Die Grundlage des Clean Feeding sind Lebensmittel, die so wenig wie möglich verarbeitet wurden. Frische Zutaten wie Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Getreide oder Milchprodukte liefern Nährstoffe in ihrer natürlichen Form zusammen mit ihren Begleitstoffen. Je stärker ein Produkt verarbeitet wurde, desto weiter entfernt es sich vom ursprünglichen Lebensmittel.
2. Achte auf die Herkunft und Qualität der Lebensmittel
Neben der Art der Lebensmittel spielt auch ihre Herkunft eine große Rolle. Lebensmittel aus Bio-Anbau oder aus artgerechter Tierhaltung enthalten in der Regel weniger Schadstoffe und oft ein günstigeres Nährstoffprofil. Beim Clean Feeding gilt daher: lieber bessere Qualität und dafür geringere Mengen, besonders bei tierischen Produkten.
3. Füttere möglichst regional und saisonal
Regionale und saisonale Lebensmittel haben meist kürzere Transportwege, werden reifer geerntet und sind dadurch oft nährstoffreicher. Gleichzeitig ist eine regionale und saisonale Ernährung umweltfreundlicher und unterstützt lokale Erzeuger.
4. Stelle die Mahlzeiten ausgewogen und bekömmlich zusammen
Clean Feeding bedeutet nicht, jedes Gramm Futter exakt zu berechnen, sondern auf eine sinnvolle Mischung zu achten. Eine ausgewogene Hundeernährung besteht aus Proteinquellen, Gemüse, Obst, Kohlenhydraten und Fetten. Ob die Mahlzeiten roh oder gekocht gefüttert werden, ist weniger eine Frage des Konzeptes als der Verträglichkeit.
5. Prüfe bei Fertigfutter die Zutatenliste
Auch bei Fertigfutter kann man sich am Clean Feeding orientieren. Je kürzer und verständlicher die Zutatenliste ist, desto weniger stark verarbeitet ist das Produkt in der Regel. Ideal sind Futtermittel mit klar deklarierten Zutaten und möglichst wenigen Zusatzstoffen.
6. Nutze Lebensmittelreste sinnvoll
Es ist ökologisch sinnvoll und nachhaltig, geeignete Reste der menschlichen Ernährung für den Hund zu nutzen. Hunde haben den Menschen über Jahrtausende begleitet und wurden traditionell oft mit Essensresten gefüttert. Erst in den letzten etwa 50 Jahren ist diese Praxis in Vergessenheit geraten. Wer sich selbst ausgewogen ernährt, kann viele Bestandteile davon auch für den Hund verwenden.
Damit dir nicht nur die nachhaltige Ernährung deines Hundes leicht von der Hand geht, sondern auch deine eigene, habe ich den Online-Kurs Nachhaltige Ernährung für Hund und Halter erstellt.

Clean Feeding im Alltag – darauf kannst du sofort achten:
- Ergänze Fertigfutter regelmäßig mit frischem Gemüse, Obst oder Ei
- Ersetze einen Teil des Fleisches durch Milchprodukte, Eier oder pflanzliche Proteinquellen
- Kaufe möglichst regionale und saisonale Lebensmittel
- Achte bei Fleisch auf Herkunft und Haltungsform
- Verwende möglichst wenig stark verarbeitete Produkte
- Nutze geeignete Essensreste für den Hund
- Füttere abwechslungsreich statt jeden Tag das Gleiche
- Koche größere Mengen vor und friere Portionen ein
- Informiere dich über kritische Nährstoffe wie Calcium, Jod und Vitamin D
- Hinterfrage Zutatenlisten bei Fertigfutter
Du möchtest erst einmal mit kleinen Veränderungen starten? Dann lies hier, was du bei der Suche nach nachhaltigem Fertigfutter beachten kannst. Wenn du das Futter mit Essensresten aufpeppen willst, habe ich HIER einige Tipps für dich. Und falls du dich direkt an eigene Rationen heranwagen willst, findest du HIER die wichtigsten Grundlagen.
Häufig gestellte Fragen zu Clean Feeding:
Ist Barf Clean Feeding?
Antwort: Jein. Clean Feeding ist ja kein Ernährungskonzept, im Prinzip kann aber jedes Ernährungskonzept Clean Feeding sein, wenn es sich nach den Grundsätzen richtet. Barfen kann dann Clean Feeding sein, wenn man z. B. darauf achtet, woher das Fleisch kommt und nur Fleisch füttert, das nicht aus Massentierhaltung stammt. Das tun die meisten aber eher nicht, die allermeisten Barfshops verkaufen Fleisch aus konventioneller Haltung. Der Punkt ist natürlich auch der Preis. Fleisch aus konventioneller Haltung ist "Billigware", während Fleisch aus artgerechter Haltung teuer ist. Diesem Punkt kann man entgegen wirken, indem man geringere Fleischmengen füttert. Nur - dann ist es kein Barfen mehr. Das Barfkonzept orientiert sich am Aufbau eines Beutetieres und die Mahlzeiten sollten daher aus etwa 80 % tierischem Anteil bestehen.
Kann Fertigfutter "clean" sein?
Antwort: Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Trockenfutter wäre generell eigentlich eher nicht "clean", da es sehr stark verarbeitet wird. Man kann aber grundsätzlich auch bei Fertigfutter auf einige Punkte achten, so z. B. dass die Zutatenliste überschaubar ist und die Zutaten aus Bioanbau und artgerechter Tierhaltung stammen. Wer den Hund nicht komplett frisch füttern möchte, kann das Fertigfutter auch mit frischen Zutaten ergänzen und dabei darauf achten, dass diese möglichst "clean" sind.
Muss man einen exakten Plan einhalten?
Antwort: Nein. Beim Clean Feeding muss man kein "Erbsenzähler" werden. Es kommt nicht darauf an, dass der Hund 235 g Gemüsemix erhält und 426 g Fleisch. Es kommt darauf an, viele qualitativ hochwertige Nahrungsmittel in einer sinnvollen Zusammensetzung zu füttern. Natürlich müssen ein paar Regeln eingehalten werden. So sollte man bei der Hundeernährung z. B. darauf achten, dass der Hund ausreichend Calcium und Vit. D (dazu gibt es HIER einen Beitrag) erhält, Jod ist ebenfalls wichtig und die Zähne brauchen auch mal was zu kauen, da Hunde ja keine Zähne putzen.

Hundeernährung sollte jedoch niemals in Stress ausarten! Denn: wichtiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise ist auch Gelassenheit und Leichtigkeit!
Lust auf mehr Clean Feeding? Dann besorge dir mein Buch dazu. Das Buch enthält viele Rezepte zum Nachmachen und eine Menge praktischer Tipps, Infos zu Nahrungsmitteln, Zubereitungsformen und anderes praktisches Knowhow.




Meine Hündin, 17 ! Jahre hat ab Herbst , jetzt wieder viel Schleim im Hals, Antibiotika will ich nicht mehr geben, zum Tierarzt schon. Aber nur die Lunge abhören, ich hab gelesen , dass Salbei hilft und Spitzwegerich ich möchte es gerne als Tinktur geben, muss ich da was beachten und wie ist die Dosierung bei 11. 10 kg kg Karin und Melli
Hallo liebe Karin,
es wäre ja wichtig, die Ursache dafür zu kennen. Sind es wiederkehrende Infekte? Dann wäre es wichtig, das Immunsystem zu stärken. Bei älteren Hunden sollte man z. B. auf die Zufuhr von Vit. C achten, da die Eigensynthese im Alter eingeschränkt sein kann. Bei Erkältung und Husten kann man auch sehr gut Fenchelhonig geben, den bekommt man in beinahe jedem Geschäft. Einfach je nach Größe des Hundes 2-3 tgl. 1 TL-EL ablecken lassen.
Liebe Grüße
Anke
Danke den Kauf ich gleich morgen Apotheke oder Reform ? Lg Karin u ihre Melli Vitamin c in Form von hagebuttenpulver bekommt sie .
Hallo Karin,
Fenchelhonig bekommst du fast überall, in Lebensmittelgeschäften und auch in Apotheke und Reformhaus.
Liebe Grüße
Anke
Hallo! Ich füttere meine Hündin mit Trockenfutter und ab und an gibt es etwas „vom Teller in den Napf.“ Dies würde ich gern in den täglichen Speiseplan aufnehmen, da es sich für mich richtig anfühlt. Soll ich da einfach „loslegen“, wenn es sich um ausgewogenes Menschenessen handelt? Oder noch genauer „rechnen“, was ihr Bedarf ist.
Liebe Grüße!
Hallo Kirsti, wenn du die Reste zum normalen Trockenfutter dazu gibst, kannst du einfach loslegen. Das einzige, worauf du dann etwas achten solltest, wäre die Gewichtsentwicklung. Du kannst auch ruhig die Menge an Trockenfutter etwas reduzieren.
Liebe Grüße, Anke
Entschuldigung, aber seit wann ist Trockenfutter „clean“?
Steht doch oben, wie das gemeint ist 😉
Vielen Dank für deine Anregung zum fermentierten Gemüse
Ich versuche schon eine ganze Weile die Darmgesundheit aufzubauen für ein besseres Immunsystem
Mir stellt sich jedoch die Frage .. Salz????? Man sagt doch das Salz nicht gut für den Hund sei?
Hallo liebe Emanuela,
es hält sich hartnäckig dieses Gerücht, Salz wäre für Hunde ungesund. Genau wie wir haben Hunde einen Bedarf an Natrium, was in Salz enthalten ist. Laut Prof. Zentek haben Hunde eine hohe Toleranz gegenüber Salz und vertrugen in Experimenten bis zu 2,5 g je kg Gewicht. Das sind für einen Hund, der 20 kg wiegt, 50 g!!! Die Menge macht das Gift, was ebenso für uns Menschen gilt. Ich habe auch einen Beitrag geschrieben zu giftigen Nahrungsmitteln, da kommen auch Gewürze vor, schau mal hier: https://clean-feeding.de/welche-nahrungsmittel-sind-giftig-fuer-hunde#Gewuerze
Liebe Grüße, Anke
Hallo, das interessiert mich! Habe schon diverse Futterarten ausprobiert, aber ich möchte jetzt gern beim Trockenfutter bleiben, weil es einfach ist und die Zähne sauberer bleiben als bei Dosen. Leider finde ich kaum etwas zu clean feeding mit Trockenfutter. Alle Tierärztlichen Personen empfehlen Hills aufgrund der Nährstoffe. Was mich auch sehr skeptisch macht gegenüber anderem Futter. Aber das Fleisch bei Hills ist definitiv aus Massentierhaltung und vermutlich sind Antibiotikarückstände sehr hoch. Ich verstehe nicht warum das empfohlen wird. Echt alles sehr kompliziert!
Hallo liebe Sarah,
TRockenfutter und Clean Feeding ist natürlich so eine Sache, da es ja sehr stark verarbeitet wurde. Ich habe einen Blogartikel zur Auswahl von nachhaltigem Fertigfutter, vielleicht hilft dir das ja weiter: https://clean-feeding.de/so-kannst-du-nachhaltiges-fertigfutter-fuer-deinen-hund-finden/26048/
Liebe Grüße, Anke