Aktualisiert am 10. Mai 2026
Die Zahl der Hundehalter, die ihren Hund mit frischen Nahrungsmitteln gesund ernähren möchten, steigt. Immer mehr Hundehalter möchten ausgewogenes Hundefutter selber machen. Die Verunsicherung ist jedoch groß, schließlich wurde uns jahrzehntelang eingebläut, dass man einen Hund nur mit Fertigfutter gesund ernähren kann.

In diesem Beitrag bekommst du einen ersten Überblick darüber, worauf es bei selbst zusammengestellten Hunderationen grundsätzlich ankommt und warum Hundeernährung oft weniger kompliziert ist, als viele denken.
Theoretische Grundlagen
Bevor wir zum praktischen Teil kommen, müssen wir erst ein paar grundsätzliche Dinge klären …
Was ist der Zweck von Ernährung?
Ernährung dient in erster Linie dem Zweck, den Organismus mit allen Nährstoffen zu versorgen, die er benötigt, um all seinen Funktionen nachkommen zu können. Pflanzen als Beispiel benötigen dazu keine Ernährung, sie nutzen Licht, Wasser und auch Kohlendioxid um benötigte Stoffe daraus zu produzieren. Tiere und auch Menschen sind heterotrophe Organismen und müssen benötigte Stoffe von außen zuführen. Sie brauchen also Nahrung.
Evolution und Ernährung
Als Evolution bezeichnet man die genetische Anpassung von Lebewesen an die Außenwelt, Umstände, etc. über einen längeren Zeitraum. Charles Darwin, der einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler war, sagte dazu:
Weder die stärkste noch die intelligenteste Spezies überlebt, sondern jene, die sich am besten dem Wandel anpasst!
Überleben – oder anders ausgedrückt die Erhaltung der Art – ist die wichtigste Triebfeder. Nur wer sich im Laufe der Jahrtausende an veränderte Bedingungen, an ein verändertes Nahrungsangebot angepasst hat, hat den Fortbestand der eigenen Art gesichert.
Hätten Hunde sich nicht an das Nahrungsangebot angepasst, das Menschen ihnen zur Verfügung gestellt haben, hätten sie nicht überlebt. Daher ist es völlig unsinnig zu glauben, ein Hund müsse heute, zigtausende Jahre nach seiner Domestizierung, wie ein Wolf ernährt werden.
Ebenso unsinnig ist es natürlich zu denken, ein Hund müsste in seinem Futternapf ständig abgezählte Nährstoffe bekommen. Diese Idee ist im Vergleich zur Geschichte des Hundes noch recht neu und hat ihren Ursprung in der Werbestrategie der Futtermittelindustrie.
Wie funktioniert natürliche Ernährung?
Noch bis vor rund 100 Jahren war die Ernährung der Menschen und somit auch ihrer Hunde eng mit der Natur verknüpft. Es stand einem nicht ständig alles zur Verfügung. Weder wurden Nahrungsmittel rund um die Erdkugel bis ans andere „Ende der Welt“ transportiert, noch konnte man mithilfe von Gefrierschränken und Konserven alles quasi unendlich lange lagern. Fleisch war zu dieser Zeit noch ein wertvolles Nahrungsmittel, das nur sehr begrenzt verfügbar war. Entsprechend wurde die Ernährung von Mensch und auch Hund gestaltet und variierte, je nachdem, wo man lebte.
Die Nährstoffversorgung war mehr oder weniger durch die zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel vorgegeben. Nahrungsergänzungsmittel kannte man noch nicht, dafür aber die Wirkweisen der Nahrungsmittel oder auch Kräuter.
Was ist heute anders?
Heute isst man nicht mehr, was die Natur gerade hergibt, sondern worauf man Lust hat. Ein mehr oder weniger natürliches Gleichgewicht kann es so nicht mehr geben.
Um sich selber und auch den Hund ausgewogen mit Nährstoffen zu versorgen, kann es auch heute hilfreich sein, sich wieder an natürlichen Abläufen zu orientieren. Dazu kann z. B. gehören, Gemüse und Obst saisonal auszuwählen, Nahrungsmittel zu fermentieren (wie das geht, habe ich HIER beschrieben), bewusster mit tierischen Lebensmitteln umzugehen.
Im Folgenden schauen wir uns an, worauf es bei selbst zusammengestelltem Hundefutter grundsätzlich ankommt und welche Faktoren bei der Fütterung berücksichtigt werden sollten.
Die Praxis

Wie viel Futter braucht ein Hund?
Die passende Futtermenge hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:
- Aktivität
- Alter
- Körpergewicht
- Stoffwechsel
- Kastration
- Gesundheitszustand
- Temperament
- Lebensphase
Deshalb lässt sich die ideale Futtermenge nicht pauschal mit einer einzigen Formel bestimmen. Hunde sind individuell und genauso individuell darf auch ihre Ernährung sein.
Gerade bei einer Umstellung der Fütterung lohnt es sich deshalb, den Hund gut zu beobachten. Entwickelt sich das Gewicht in die gewünschte Richtung? Wirkt der Hund satt und zufrieden? Wie verändert sich die Aktivität oder die Verdauung?
Solche Beobachtungen sind häufig hilfreicher als starre Zahlen oder pauschale Vorgaben.
Wie stellt man Hunderationen sinnvoll zusammen?
Für ein ausgewogenes Hundefutter spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Wichtig ist vor allem, dass der Hund langfristig mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.
Dazu gehören unter anderem:
- Proteine beziehungsweise essentielle Aminosäuren
- Fett und essentielle Fettsäuren
- Kohlenhydrate und Ballaststoffe
- Vitamine
- Mineralstoffe und Spurenelemente
Welche Zusammensetzung sinnvoll ist, hängt jedoch immer vom einzelnen Hund ab. Nicht jeder Hund verträgt jedes Lebensmittel gleich gut und auch Aktivität, Rasse, Alltag und individuelle Bedürfnisse können die Ernährung beeinflussen.
Viele Hunde profitieren von einer abwechslungsreichen und möglichst naturbelassenen Fütterung mit unterschiedlichen Zutaten und Komponenten.
Wichtiger als starre Regeln ist dabei aber, die Ernährung langfristig ausgewogen zu gestalten, verschiedene Lebensmittel sinnvoll zu kombinieren und den eigenen Hund individuell zu betrachten.
Im Online-Kurs „Clean Feeding – Rationsgestaltung leichtgemacht“ zeige ich Schritt für Schritt, wie du Futtermengen besser einschätzen kannst, ausgewogene Rationen zusammenstellst, verschiedene Komponenten sinnvoll kombinierst, und die Ernährung deines Hundes alltagstauglich gestalten kannst.
Rohes oder gekochtes Hundefutter?
Falls du dich nun fragst, ob du roh oder gekocht füttern solltest: das ist egal. Beides geht und beides hat sowohl Vor- als auch Nachteile. HIER kannst du nachlesen, mit welchen Punkten du dich bei deiner Entscheidung befassen solltest.
Welche Nahrungsergänzungen können sinnvoll sein?
Auch bei selbst zusammengestellten Hunderationen muss natürlich sichergestellt werden, dass der Hund alle Nährstoffe bekommt. Dabei kommt es an auf:
- die verwendeten Zutaten,
- die Zusammensetzung der Ration,
- den individuellen Bedarf des Hundes,
- die langfristige Ausgewogenheit der Ernährung.
Bestimmte Nährstoffe sollte man auf jeden Fall gezielt im Blick zu behalten. Dazu gehören beispielsweise Calcium, Jod, Vitamin D oder essentielle Fettsäuren.
Auch hochwertige Öle stellen eine sinnvolle Ergänzung dar, da sie wichtige Fettsäuren liefern. Welche Menge und welche Zusammensetzung sinnvoll sind, hängt jedoch immer vom einzelnen Hund und der gesamten Ernährung ab.
Auch bei Nahrungsergänzungen gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Sowohl Unter- als auch Überversorgungen können langfristig problematisch werden.
Deshalb lohnt es sich, die Ernährung des Hundes nicht nur anhand einzelner Zutaten zu betrachten, sondern die gesamte Ration im Blick zu behalten.
Im Online-Kurs „Clean Feeding – Rationsgestaltung leichtgemacht“ zeige ich Schritt für Schritt welche Nährstoffe wichtig sind, worauf du bei Ergänzungen achten solltest und wie du die Ernährung deines Hundes sinnvoll und alltagstauglich gestalten kannst.
Es ist also gar nicht so schwer, ausgewogenes Hundefutter selber zu machen. Wichtiger als starre Regeln ist aber ein alltagstauglicher Umgang mit dem Thema Ernärung. Denn die Hundeernährung soll nicht nur ausgewogen sein, sondern auch zu deinem Hund und auch zu deinem Leben passen.


Hallo,
wie siehst du das denn mit Knochen sowie Innereien, da sind ja sicherlich früher auch oft die Reste verfüttert wurden und die Leute, die barfen, sagen auch, dass das essentiell ist. Wie beziehst du das in deiner Fütterung mit ein?
Lieben Gruß und danke,
Sabine
Hallo Sabine,
wie du schon schreibst, das wird beim Barfen so empfohlen. Barfer wollen oft auch keine Ergänzung geben, wie ich sie im Beitrag empohlen habe. Da versucht man dann, die Rationen so zusammenzusetzen, dass alle benötigten Nährstoffe abgedeckt sind. Wenn man sich an den z. B. vom NRC empfohlenen Zahlen orientiert, klappt das aber auch nicht wirklich.
Zu Innereien: natürlich kann man die geben, sie enthalten gute Nährstoffe wie z. B. Leber viel Vitamin A und D. Das ist jedoch nicht nötig, wenn man oben erwähnte Ergänzungen gibt.
Zu Knochen: da sollte man sich über Risiken bewusst sein, wie z. B. Verstopfung (Knochenkot) bis hin zu Darmverschluss, Zahnschäden oder sogar Erstickungsgefahr, wenn der Hund damit nicht umgehen kann. Wenn man die Calciumversorgung über Knochen vornehmen möchte, sollte man die Menge, die der individuelle Hund benötigt, in etwa berechnen.
Wie man Rationen gestalten kann, wenn man Innereien oder auch Knochen integrieren möchte, erläutere ich u. a. in meinem Online-Kurs Clean Feeding oder auch im Buch. Das ist alles in allem zu umfangreich, um es in einem Blogartikel oder auch Kommentar zu erläutern.
Liebe Grüße
Anke
Dankeschön für deine ausführliche Antwort! Dein Buch hab ich, ich dachte nur, dieser Blogartikel wäre zu diesem Thema nochmal eine Aktualisierung quasi, deshalb hab ich das nachgefragt.
Lieben Gruß und einen schönen Tag wünsche ich!
Sabine
Dankeschön und ebenso 😀
Hallo, ich habe eine Frage. Unser Hund hat schon zum zweiten mal KziumOxalatSteine in der Blase gehabt. Die Diaetfutter, die da empfohlen werden, finden wir ganz schrecklich. Was muss man beachten, wenn wir das Futter selber machen, wie es beschrieben ist? Was sollten wir weg lassen, um das Protein/Mineralgleichgewicht so einzuhalten, dass die Steiner verhindert werden koennen. Es bleibt zu sagen, dass der Hund sehr wenig trinkt. Danke fuer eine Antwort. Grüße Catrin
Hallo Catrin,
diese Frage kann man nicht hier in einem Kommentar beantworten, da die Antwort vor allem individuell ist. Ich würde dir daher dazu raten, eine professionelle Ernährungsberatung für deinen Hund einzuholen. Diese schaut nicht nur auf die diagnostizierte Erkrankung, sondern auch auf die möglichen Ursachen, um diese dann möglichst zu eliminieren.
Liebe Grüße und alles Gute für deinen Hund
Anke
Hallo, ich habe eine Frage zur Handhabung im Urlaub ( bei uns im Wohnmobil). Wäre es möglich, den Gemüse-bzw. KH-Anteil auch ab und zu mit Flocken zu ersetzen, wenn es zeitlich mit dem frisch Kochen mal nicht passt?
Viele Grüße
Stefanie
Hallo Stefanie,
ja natürlich kann man das so machen. Grundsätzlich kommt es ja immer vor allem auf die eigenen Ansprüche an. Ich nutze im Urlaub für den Gemüseanteil z. B. auch gerne mal Babygläschen. Man kann z. B. Reinfleischdosen mitnehmen und mit Gemüse aus dem Babygläschen sowie ein paar Haferflocken (und eventuell eine Nährstoffergänzung)eine prima Hundemahlzeit basteln 😀
Liebe Grüße
Anke
Hallo Anke,
Ich habe ein bisschen Probleme, dass mein Hund zu dünn wird, wenn ich ihm 50:50 Reinfleischdose und pflanzlichen Anteil gebe. Er ist ca. 65 cm hoch, 22 Monate und wog 33kg, nimmt aber jetzt schon seit ein paar Monaten ab. Kann es sein, dass der niedrige Fleischanteil einfach zu wenig Kalorien bringt? Wenn man auf die Angaben der Hersteller auf den Dosen schaut, müsste ich ihm ja erheblich mehr Fleisch geben. Ich füttere schon morgens einen Teil Trockenfutter, da ich ansonsten riesige Mengen Fleisch, Gemüse und Kohlenhydrate füttern müsste, damit er satt wird und wieder etwas zunimmt. Ich bin etwas ratlos..für meine kleine, 6jährige 10- kg-Hündin passt ihre Futtermenge super.
Viele Grüße Stefanie
Hallo liebe Stefanie,
man kann das schlecht aus der Entfernung beurteilen. Es kommt ja auch auf die Zusammensetzung an, auf die einzelnen Komponenten. Bei den Reinfleischdosen ist auch nicht klar, wie sie zussammengesetzt sind. Und der individuelle Stoffwechsel spielt natürlich auch noch eine Rolle. Wenn man mit reduziertem Fleischanteil füttern möchte, sollen die Proteine keine Energie liefern. Es muss also gewährleistet sein, dass Kohenlhydrate und Fett die benötigte Energie liefern. Du kannst also schauen, ob du dieses beiden Komponenten vielelicht erhöhen kannst. Ausserdem kannst du die Nährstoffverwertung z. B. unterstützen, indem du deinem Hund mal kurweise EM zum Futter gibst: https://www.emiko.de/shop/tiere/petcare-bio-einzelfuttermittel-0-5-l.html
Liebe Grüße, Anke
Liebe Anke,
Vielen Dank für die Beratung! Gut zu wissen, dass das Protein dann nicht die Energie liefert. Ich gebe ihm ja sowieso schon EM Petcare seit Kurzem wegen Darm und Haut und hatte von unserer verstorbenen Hündin noch Rinderfettpulver, als sie krank war, das habe ich ihm auch seit Kurzem gegeben. Dann werde ich noch den KH“ -Anteil erhöhen und mal gucken, wie er sich entwickelt. Meine nReinfleischdosen haben keinen Wasseranteil und 10-12% Fett je nach Sorte.
Liebe Grüße
Stefanie
Hallo Stefanie,
das hast du glaube ich falsch verstanden. Ich versuche es etwas genauer zu erklären: Die Proteine werden dann auch als Energiequelle genutzt, wenn die anderen Komponenten nicht ausreichend Energie liefern. Daher sollte man bei einem niedrigen Fleischanteil (der ja den Proteinbedarf trotzdem abdecken soll) darauf achten, dass die Energieversorgung durch die anderen Komponenten gewährleistet ist.
Liebe Grüße, Anke
Danke, so ist es ganz klar 🙂
Liebe Grüße
Stefanie
Gerne 😀
Guten Tag,
Ich bekoche meine 33 kg Hündin bereits über ein Jahr selber, seit sie eine Pankreatitis hatte. Nun erlitt sie eine Zweite und ich stellte zu aller erst „Futterweise“ infrage – hatte ich alles richtig gemacht? Ich habe mich doch genau an den Plan der Ernährungsberaterin gehalten…
Einige Personen, die auch beruflich mit Hunden zu tun haben, haben mich nun darauf aufmerksam gemacht, dass der bisherige Futterplan meiner Hündin einige Mankos aufweisen und nicht fachlich kompetent genug im Hinblick auf ihre Erkrankung sei.
Dennoch glaube ich, dass sie das Kochen bisher als einziges wunderbar vertragen hat. Nur möchte ich mir gerne einen neuen Futterplan erstellen lassen, der wirklich von jemandem kommt, der Erfahrung mit dem Erstellen eines Kochplanes für einen nicht gesunden Hund hat.
So einfach lässt sich das aber nicht finden 🙁
Ist es auch möglich, sich einen Plan von Ihnen erstellen zu lassen oder können Sie jemanden raten?
Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen!
Liebe Grüße, Mandy
Hallo liebe Mandy,
schreib mir doch bitte mal eine Mail an kontakt@dog-feeding.de
Liebe Grüße, Anke
Hallo Anke!
ich würde gerne Reinfleisch Dosen geben, allerdings sind da auch immer Innereien dabei, die auch schon Vitamine liefern.
da ich ein Komplett-Supplement habe, tue ich mir dann schwer, da ich nicht weiß wie ich das dann berechnen muss oder wie viel ich von dem Supplement geben kann.
Hast du vielleicht einen Tipp für mich?
liebe Grüße
Hallo liebe Caroline,
ja, das ist mit den Reinfleischdosen nicht ganz einfach. Es geht dabei vor allem um Vitamin A und D, die in Leber enthalten sind. Wenn du die Dosen sehr regelmäßig geben möchtest, würde ich auf die Dose schauen, wieviel Vitamin A drin ist und gegebenenfalls auf eine Nährstoffergänzung ausweichen, die kein Vitamin A und D enthält. Wenn du die Dosen nur hin und wieder gibst, kannst du an diesen Tagen auch mal die Nährstoffergänzung weglassen oder weniger geben.
Liebe Grüße
Anke