Fütterung im Herbst

Die kälteren Jahreszeiten verheißen uns mehr Ruhe, gemütliche Abende im Warmen, leckeres und deftigeres Essen. Nasskaltes, stürmisches Wetter im Herbst macht jedoch auch anfälliger für Erkältungen. Unser Immunsystem und auch das unserer Hunde wird nun mehr gefordert. Wir gehen mehr oder weniger in einen „Schlafmodus“, weil das Licht weniger wird und wir außerdem mehr Energie benötigen, um Kälte und Lichtmangel zu trotzen. Auch unsere Hunde gehen im Herbst in einen gewissen „Energiesparmodus“.

In diesem Beitrag erläutere ich dir, wie du deinen Hund auch im Herbst gut versorgen kannst. Kälte und Lichtmangel kann man entgegen wirken, indem man auch von Innen und über die Ernährung Wärme und Energie spendet.

Herbstgemüse

Nachhaltig füttern heißt auch, möglichst saisonal zu füttern. Im Herbst ist das sehr einfach, da uns nach dem Sommer eine Vielfalt an Gemüse und natürlich auch Obst zur Verfügung stehen:

Brokkoli, Blumenkohl, Chicorée, Chinakohl, Gurken, Fenchel, Eisbergsalat, Kopfsalat, Kohlrabi, Mangold, Pastinaken, Paprika, Rote Beete, Möhren, Ruccola, Kürbis, Sellerie, Spinat, Schwarzwurzeln, Topinambur

Fertigfutter pimpen

Auch wer seinen Hund mit Fertigfutter füttert, kann diesem z. B. hier und da mal einen Gemüsemix dazu geben. So wird der Hund mit vielen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen oder auch sekundären Pflanzenstoffen versorgt. Anregungen, wie man Fertigfutter aufpeppen kann, findest du HIER.

Damit der Hundeorganismus diese Nährstoffe auch aufnehmen kann, sollte das Gemüse entweder geschreddert oder püriert werden, oder auch mal gekocht, bzw. am besten schonend gegart werden. Auch Kürbis, das Herbst-Gemüse schlechthin, kann man dem Hund sowohl roh als auch gekocht füttern. Oder man gibt einfach ein paar Löffel von der Kürbissuppe zum Futter. Mehr zum Gemüse im Futternapf kannst du in diesem Beitrag erfahren.

Wärme von Innen

Warme Mahlzeiten, wärmende und stärkende Zugaben wie Ingwer, Kurkuma, leckere Hühnersuppe oder auch gekochtes Hühnerfleisch, Haferbrei, Herbstgemüse wie Kürbis oder Fenchel tun auch unseren Hunden im Herbst gut.

Hühnersuppe, in der man auch viel leckeres Herbstgemüse mitkochen kann, ist ein tolles Anti-Erkältungs-Mittel, das deinem Hund ebenfalls guttut. Man kann einfach eine Kelle zum üblichen Hundefutter geben.

Stärkung der Leber

Der Herbst ist auch ein guter Zeitpunkt für eine Leberkur mit Mariendistel, um den Organismus vor dem Winterbeginn noch einmal zu entlasten und zu stärken. Mariendistel ist DAS Leberkraut. Das enthaltene Silymarin hat therapeutische Wirkung auf verschiedene Lebererkrankungen. Es verhindert das weitere Eindringen von Giftstoffen in die Hepatozyten (Leberzellen), stimuliert deren Neubildung und regt die Leber zur Regeneration an. Man kann dem Hund auch einen Kräutermix zum Futter geben, der neben Mariendistel noch weitere Leberkräuter enthält.

Fellwechsel unterstützen

Auch den Fellwechsel, der im Herbst fällig ist, kann man über das Futter unterstützen. Einige Nährstoffe können hier besonders hilfreich sein:

Vitamin A

Vitamin A wird auch DAS Epithelschutzvitamin (Epithel = Gewebe, z.B. die Haut) genannt und spielt eine sehr wichtige Rolle bei den Funktionen und dem Aufbau der Haut. Sehr reich an Vitamin A sind Eigelb, Leber und auch Lebertran. Hunde sind außerdem wie Menschen in der Lage, Vitamin A aus Betacarotin zu bilden, daher nennt man Betacarotin auch PROvitamin A. Reich an Betacarotin sind z. B. Karotten oder auch Spinat.

B-Vitamine

Diese Vitamine sind wichtig für den Hautstoffwechsel,  Mangelerscheinung können daher z.B. Hauterkrankungen sein. Kommt es zu verstärktem Haarausfall, gespaltenen Krallen, Hautveränderungen, verfrühtem Ergrauen der Haare oder sogar Dermatosen (Erkrankungen der Haut), sollte man an die Gruppe der B-Vitamine denken. Bierhefe ist sehr reich an B-Vitaminen und kann Hunden kurweise verabreicht werden. Das Vitamin B12 findet man allerdings fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln, wie z.B. in Leber. Auch ein Vitamin B Komplex eignet sich zur kurweisen Anwendung bei Hunden.

Biotin

Biotin (auch ein B-Vitamin), sogenanntes Schönheitsvitamin, ist ein wichtiger Nährstoff für die Haut. Es wird benötigt, um Keratin zu bilden, die Grundsubstanz für Haut, Haare und Krallen. Ein Mangel äußert sich durch glanzloses, trockenes, sprödes Fell, Haarausfall und Schuppenbildung. Auch Entzündungen der Haut, Verdickungen und Juckreiz können Symptome für einen Mangel sein. Biotin ist z.B. in Eigelb enthalten. Da Eiweiß Avidin enthält, einen Stoff, der Biotin an sich bindet und so unverfügbar macht, sollte man roh nur das Eigelb füttern oder das Ei kochen, denn Avidin wird durch Erhitzung zerstört. Wie so ziemlich alle Vitamine ist auch Biotin hitzeempfindlich, langes Garen macht ihm also den „Garaus“. Wenn man gekochte Eier gibt, sollte man daher möglichst das Eigelb weich lassen, dann bleibt das Biotin erhalten.

Zink

Zink gehört zu den Spurenelementen und erfüllt sehr vielfältige Funktionen, so ist es unentbehrlich für das Zellwachstum und ebenso für die Wundheilung. Bei einem Mangel sind vor allen Dingen Störungen an Haut und Haaren zu erwarten. Besonders bei älteren Hunden sollte man auf die Versorgung achten und eventuell Zink ergänzen. Gute Zinklieferanten sind neben Fleisch z. B. auch Paranüsse, Kürbiskerne (Nüsse und Kerne sollten dem Hund nur in gemahlener Form gefüttert werden) oder auch Haferflocken. Auch mit einer Kräutermischung kannst du die Zinkversorgung deines Hundes verbessern.

Essentielle Fettsäuren

Die ungesättigten Fettsäuren Omega-6 Fettsäure Linolsäure und Omega-3-Fettsäure α-Linolensäure sind auch für Hunde essentiell, das bedeutet, sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Beide Fettsäuren sind sehr wichtig für die Haut und das Fell und ein Mangel zeigt sich in rauem, stumpfem und trockenem Fell, Haarausfall, Infektionen der Haut und auch schlechter Wundheilung. Die Omega-3-Fettsäuren sind besonders wichtig für die Hemmung von Entzündungsgeschehen. Als Ergänzung für das Futter eignen sich z.B. gut Fischöl, Leinöl, Hanföl, oder auch Hanfsamen oder Chia Samen .

Jod

Das Spurenelement Jod ist maßgeblich an den Funktionen der Schilddrüse und der Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt. Die Schilddrüsenhormone haben auch Einfluss auf den Hautstoffwechsel, weshalb eines der Symptome einer Fehlfunktion der Schilddrüse eine trockene Haut sein kann. Nur wenn die Schilddrüse ausreichend mit  Jod versorgt wird, kann sie ihren Aufgaben nachkommen. Seealgen enthalten recht hohe Mengen Jod, bei einer Frischfütterung eignet sich bei Hunden daher gut die Ergänzung von Seealgenmehl .

Gegarte Möhren mit einem Schuss Leinöl, hin und wieder ein rohes Eigelb ins Futter, regelmäßig Seealgenmehl oder eine andere Jodquelle, eine Kur mit Bierhefe oder einem Vitamin-B-Komplex können als Beispiele den Fellwechsel deines Hundes gut unterstützen.

Benötigte Futtermengen

Auch die Futtermenge, die dein Hund benötigt, kann sich in der kälteren Jahreszeit ändern. Die meiste Energie benötigt der Organismus, um die Körpertemperatur zu erhalten. Wenn es draußen kalt ist, kann es deshalb sein, dass dein Hund mehr Futter benötigt. Andererseits seit ihr möglicherweise weniger aktiv, wenn es kälter ist und es wird weniger Energie benötigt.

Die benötigte Futtermenge ist immer eine sehr individuelle Angelegenheit. Ob dein Hund optimal mit Energie versorgt ist, kannst du am besten über die Gewichtsentwicklung erkennen. Dann kannst du die Mengen einfach entsprechend anpassen. Mehr dazu, wie man die Rationen gestalten und Futtermengen berechnen kann, erfährst du HIER.

Take it easy!

Wie schon am Anfang erwähnt, passt der Organismus sich den Jahreszeiten an. Als die Menschen noch nicht ständig alles zur Verfügung hatten, war das durchaus sinnvoll. Denn in den kalten Jahreszeiten standen ihnen nicht so viele Nahrungsmittel und entsprechend weniger Nährstoffe zur Verfügung.

Auch heute ist es nach wie vor nicht die schlechteste Idee, den Herbst und Winter dafür zu nutzen, einfach mal zur Ruhe zu kommen. Runterfahren, mehr entspannen, die dunklere Zeit im Jahr einfach zuhause genießen. Das kann auch deinem Hund gut tun, denn Hunde haben grundsätzlich ein noch viel höheres Ruhebedürfnis als wir Menschen.

 

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Über Anke Jobi 91 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

4 Kommentare

  1. Hey, eine tolle Website und vorallem ein super Blog. Ich habe mich gefreut diesen Artikel zu finden, da viele gesagt haben ich spinne, wenn ich meinem Hund die Ernährung im Winter etwas umstelle/anpasse. Ich esse ja im Winter auch anders als im Sommer. Naja, nun fühle ich mich bestätigt. Danke dafür 😉 Grade die ungesättigten Fettsäuren Omega-6 Fettsäure Linolsäure und Omega-3-Fettsäure α-Linolensäure sind besonders im Winter und auch schon zur Fellwechselzeit wirklich gut. Ich gebe immer Leinöl oder Lachsöl. Ich hatte immer das Gefühl das Fell ist gesünder und der Fellwechsel schlaucht nicht so (beim Pony jedenfalls ;)). Liebe Grüße
    Julia

    • Hallo liebe Julia,

      ja, auf jeden Fall macht es Sinn, der Stoffwechsel läuft in den dunkleren Jahreszeiten ja auch anders. Früher haben die Menschen sich und somit wohl auch ihre Hunde ganz automatisch anders versorgt, weil ihnen dann andere Nahrungsmittel zur Verfügung standen als im Sommer …

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Hallo Anke,
    In diesem Artikel erwähnst du, dass ältere Hunde einen höheren Bedarf an Zink haben.
    Hast du schon einen Artikel über die besonderen Bedürfnisse älterer Hunde geschrieben, bzw. was sollte man ab welchem Alter beachten?
    Lieben Dank!

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